Während ein Großteil des Landes dem Sommerurlaub frönt, freut sich die arbeitende Bevölkerung im Normalfall über weniger Verkehr, weniger Staus und damit rascheres Vorankommen auf dem Weg in die Arbeit und retour. Vielerorts geht dieser Plan aber nicht auf. Denn gerade Wien versinkt aktuell im Baustellenchaos, das durch Einschränkungen im S-Bahn-Netz auch noch weiter befeuert wird. Da werden an Hauptdurchzugsstraßen Spuren eingespart, Abbiegemöglichkeiten verhindert und Ortsunkundige im Wesentlichen sich selbst überlassen. Und auch die Ampeln werden, wohl auf politisches Geheiß, so geschaltet, dass ein sinnvolles Vorankommen unmöglich erscheint.
Die aktuellen Bautätigkeiten aufzulisten, bringt wenig. Denn gefühlt wird gerade überall gebaut. Das diese Bautätigkeiten einem gewissen System unterliegen, lässt sich schwer nachvollziehen. Und auch die Einschränkungen im S-Bahn-Betrieb wirken sich negativ auf motorisierten Individualverkehr in der Hauptstadt aus. War bzw. ist es die sogenannte S-Bahn-Stammstrecke, die stellenweise aufgrund von Bauarbeiten über den gesamten Sommer gesperrt ist, sorgt nun der kürzlich stattgefundene großflächige Kabelbrand für weitere Streckensperren. Als Konsequenz gibt es einen breitangelegten Schienenersatzverkehr mit Bussen, die sich nun ebenfalls zuhauf auf den staugeplagten Straßen einreihen.
Natürlich müssen Straßen saniert werden, das steht außer Zweifel. Aber gerade in Wien hat man in den vergangenen Jahren massive Fahrspuren- und Parkplatz-Einsparungen vorgenommen – wohl mit dem Ziel, den Lenkern das Bewegen eines motorisierten Fahrzeugs ordentlich zu vermiesen. Denn diese Bauarbeiten hatten zum Ziel nicht die Modernisierung von Fahrbahnen, sondern das Zusammenstutzen von Parkplätzen und die Schaffung von „Brach-Flächen“, die vielerorts eher einem „Hundeklo“ als einem Platz zum angenehmen Verweilen ähneln. Ich könnte verstehen, wenn das öffentliche Netz so dicht und ausfallssicher wäre, dass für viele der Umstieg auf die „Öffis“ Sinn macht. Das ist allerdings nicht der Fall, somit bleibt die Frage: „Muss das sein?“
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