Das Gebrauchtwagengeschäft nimmt bei den österreichischen Marken-Händlern einen hohen Stellenwert ein. Das zeigt der variable Teil der 32. Welle (nach Q2/2026) des Händler-Trend Barometer Österreich, das von puls Marktforschung in Kooperation mit Santander Österreich sowie AUTO & Wirtschaft quartalsweise durchgeführt wird.
74 Prozent der befragten Kfz-Betriebe bewerten die Bedeutung des Gebrauchtwagengeschäfts für ihren Betrieb mit sehr hoch (33 Prozent) bzw. eher hoch (41 Prozent). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2. Quartal 2025) waren es noch 67 Prozent. 
Beim Anteil am Ertrag fällt die Einschätzung zurückhaltender, aber kaum verändert aus: 41 Prozent bewerten diesen als hoch (12 Prozent) bzw. eher hoch (30 Prozent), gleich viele wie im Vorjahr. 21 Prozent sehen den Ertragsanteil als eher niedrig oder niedrig an (2025: 24 Prozent). 

Weitere Aufwertung des GW-Geschäfts erwartet

Die Bedeutung des Gebrauchtwagengeschäfts dürfte nach Einschätzung der österreichischen Marken-Händler in den kommenden zwölf Monaten weiter zunehmen. Das ergab die Frage nach der Entwicklung der vergangenen zwölf Monate sowie den Erwartungen für das kommende Jahr.
46 Prozent der Befragten geben an, dass die Bedeutung des Gebrauchtwagengeschäfts in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen hat. Für die kommenden zwölf Monate erwarten 53 Prozent eine weitere Steigerung. Nur 11 Prozent rechnen mit einer sinkenden Bedeutung.
Gleichzeitig wollen die Betriebe ihre Aktivitäten zur besseren Nutzung des GW-Potenzials verstärken: Während 34 Prozent hier in den vergangenen zwölf Monaten eine Zunahme melden, erwarten 50 Prozent eine Steigerung der Aktivitäten im kommenden Jahr. 

Beschaffung von GW als große Herausforderung

Die Verfügbarkeit geeigneter Fahrzeuge sowie ein starker Privatmarkt stellen für viele österreichische Marken-Händler aktuell die größte Herausforderung im Gebrauchtwagengeschäft dar. 35 Prozent der befragten Betriebe bewerten die Verfügbarkeit von Eintausch-Fahrzeugen als großes bzw. eher großes Problem. 33 Prozent der Unternehmer nennen die Verfügbarkeit von Zukauf-Fahrzeugen als großes Thema. Ein starker Privatmarkt stellt für 34 Prozent der Händler eine Herausforderung dar.

Neuwagen-Aktionen, Preisfindung/Kalkulation sowie betriebsinterne Prozesse werden dagegen seltener als problematisch eingestuft. Hier überwiegt der Anteil jener Betriebe, die darin kein (großes) Problem sehen. 

Mehr Potenzial für gebrauchte Elektroautos

Gebrauchte Elektrofahrzeuge gewinnen aus Sicht der österreichischen Marken-Händler deutlich an Potenzial. 41 Prozent der befragten Betriebe bewerten das Potenzial gebrauchter Elektrofahrzeuge als hoch bzw. eher hoch. Im 2. Quartal 2025 waren es nur 13 Prozent.

Finanzierungs-Wachstum

Vor mittlerweile acht Jahren haben Santander und AUTO & Wirtschaft den Händler-Trend
Barometer Österreich ins Leben gerufen. Was mit einer stabilen Entwicklung begann, entwickelte spätestens mit Corona eine gewaltige Dynamik.

Bemerkenswert stabil blieb hingegen die Finanzierungspenetration. Zwar gab es auch hier einzelne Schwankungen, die Entwicklung zeigt über acht Jahre jedoch recht gleichmäßig nach oben. Zum Start im dritten Quartal 2018 wurden 46 Prozent der Neuwagen und 28 Prozent der Gebrauchtwagen über das Autohaus finanziert.

Den Tiefststand erreichte die Zeitreihe im ersten Quartal 2021 mit 42 Prozent bei Neuwagen und 25 Prozent bei Gebrauchtwagen. Im zweiten Quartal 2026 wurden bereits 59 Prozent der Neuwagen über das Autohaus finanziert – ein Rekordwert. Bei Gebrauchtwagen liegt der Anteil bei 35 Prozent und damit ebenfalls klar über dem Ausgangsniveau von 2018.

In einem Markt, in dem die Leistbarkeit für viele Kunden zur entscheidenden Frage geworden ist, ist das wenig überraschend. Finanzierung ist längst keine ergänzende Dienstleistung mehr, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Fahrzeugverkaufs. Die Zahlen des Händler-Trend Barometers zeigen: Vieles ist seit 2018 unberechenbarer geworden. Auf die wachsende Bedeutung der Finanzierung konnten sich die Händler dagegen verlassen.