Volkswagen und die IG Metall haben Gespräche über eine Revision des Anfang 2025 vereinbarten Zukunftstarifvertrags aufgenommen. Vertreter beider Seiten kamen dazu am Mittwoch in Hannover zusammen. Sowohl die Gewerkschaft als auch der Konzern hatten zuvor die im Vertrag vorgesehene Revisionsklausel gezogen. Diese kann angewendet werden, wenn sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen wesentlich verändern.
Weiterlesen: Rückruf-Aktion bei Volkswagen: 95.000 Fahrzeuge in Österreich betroffen
Volkswagen verweist auf einen gestiegenen Kosten- und Wettbewerbsdruck sowie zunehmende Konkurrenz aus China. Ziel sei es, die bereits vereinbarten Maßnahmen umzusetzen und weitere Möglichkeiten für einen sozialverträglichen Personalabbau auszuschöpfen. „Die Marktveränderungen sind strukturell und tiefgreifend“, erklärte VW-Personalvorstand Arne Meiswinkel. Die Maßnahmen aus dem Zukunftsplan müssten daher „schnell und konsequent umgesetzt werden“. Auch die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Geld lehnt Volkswagen angesichts der wirtschaftlichen Lage ab.
Kündigung zum Jahresende
Parallel zu den begonnenen Revisionsgesprächen mit der IG Metall hat Volkswagen mehrere Tarifverträge zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Welche Vereinbarungen konkret betroffen sind, teilte der Konzern zunächst nicht mit. VW begründet den Schritt mit dem aktuellen Kostendruck und sieht bei verschiedenen tariflichen Regelungen Anpassungsbedarf. Durch die Kündigungen soll nach Angaben des Unternehmens zusätzlicher Verhandlungsspielraum geschaffen werden. Für die Beschäftigten ergeben sich vorerst keine unmittelbaren Änderungen.
Weiterlesen: Jetzt für den A&W-Tag 2026 anmelden!
Die gekündigten Tarifverträge wirken nach den gesetzlichen Bestimmungen zunächst weiter. Nicht betroffen ist zudem der Zukunftstarifvertrag, der unter anderem eine Beschäftigungssicherung enthält. VW betont, dass angesichts des angespannten Marktumfelds weitere Kostensenkungen notwendig seien. In den kommenden Gesprächen mit der IG Metall dürfte damit neben dem Personalabbau auch die künftige Ausgestaltung tariflicher Leistungen eine zentrale Rolle spielen.
