Wissen Sie, was ESG ist? Environmental, Social, Governance, also die Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung? Oder CSRD: Corporate Sustainability Reporting Directive, die entsprechende EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung? Mit Sicherheit haben Sie schon davon gehört, als kleines (bis mittleres) Unternehmen ist man davon aber Gott sei Dank nicht betroffen. Oder doch?

Dieses Thema Nachhaltigkeit poppt in unserer Arbeit und Berichterstattung immer wieder etwas auf. Etwa bei der Aktion des Autohauses Uitz in der Steiermark, bei der eMokon 2025, wo die Bedeutung für den Fuhrpark thematisiert wurde, bei einem Vortrag von Alexander Bayer, VVO-Chef-Sachverständiger, vor steirischen Kfz-Betrieben zum Thema Nachhaltigkeit in der Kfz-Reparatur, bei der FLEET Convention vom Schwester-Magazin FLOTTE, wo in einer Podiumsdiskussion über die Notwendigkeit von CSRD gesprochen wurde, oder in der aktuellen A&W-Sonderausgabe KLARTEXT, wo Kollege Andreas Granzer-Schrödl mit Uni-Professer Dr. Josef Baumüller einen Artikel gestaltet hat.

Mehr zum ESG-Thema auf der FLEET Convention

Der Punkt ist: es sind tatsächlich nur sehr große Unternehmen, die direkt unter die Berichtspflicht fallen. Die Mindestgrößen wurden sogar angehoben und Termine verschoben. Allerdings sind Lieferanten und der Fuhrpark des berichtspflichtigen Unternehmens über Scope 3 für die CO2-Emissionen relevant und müssen dort berücksichtigt werden.

Lieferanten werden daher zukünftig zumindest eine CO2-Bilanz zur geleisteten Arbeit liefern müssen. Das betrifft einen Subunternehmer der Post ebenso wie einen kleinen Betrieb im Baunebengewerbe, der für ein großes Unternehmen an einer Baustelle arbeitet. Die Werkstätten wird das Thema bei Fuhrparks von berichtspflichtigen Konzernen ebenso treffen wie bei Tätigkeiten für Leasingfirmen oder Versicherungen.

Nachhaltigkeit wird fixer Teil der Geschäftsbeziehung

Nachhaltigkeit bzw. die entsprechenden Bilanzen werden also zunehmender Teil von Aufträgen, Ausschreibungen, Finanzierungen, Lieferketten und Kundenbeziehungen. Es wird schwieriger werden, Lieferant von großen Unternehmen zu bleiben. Und es wird schwieriger werden, Finanzierungen und Kreditrahmen zu erhalten, wenn man sich damit NICHT auseinandersetzt.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit in KLARTEXT

Das klingt vorerst nicht gerade erfreulich. In Zeiten, wo mit Ertrags-Rückgängen, Digitalisierung, Elektromobilität, Fachkräftemangel, neuen Herstellern, veränderten Kundenansprüchen und Kostendruck ohnehin schon genug Probleme auf dem Schreibtisch und Sorgen im Unternehmer-Kopf sind.

Dennoch: es ist – wie immer – auch eine Chance. Josef Baumüller sieht das Thema als Managementaufgabe, vergleichbar mit Controlling. Dabei sollte man seine Ressourcen, Umweltwirkungen und Abhängigkeiten im Betrieb besser kennen und daraus wirtschaftliche Vorteile erzielen. Wer etwa Energieverbrauch, Fuhrparkemissionen oder betriebliche Prozesse misst und verbessert, kann Kosten senken und gleichzeitig seine Position gegenüber Kunden und Partnern stärken. In den nächsten Jahren kann man sich damit auch vom Wettbewerb absetzen. Über die Vorreiter-Rolle des Autohauses Uitz haben wir bereits berichtet:

Mehr über den CO2-Fußabdruck AH Uitz

Wir werden uns in unseren Medien zukünftig intensiver damit beschäftigen. Das ist keine Drohung, sondern ein Angebot. Ziel muss es sein, ESG als Chance für das eigene Unternehmen zu sehen, nicht als Bedrohung.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns schreiben: wo Sie bei dem Thema gerade stehen, was Sie genau daran interessiert und vielleicht, wo Sie schon damit in Kontakt gekommen sind?