Genau genommen geht es der Automobilindustrie wie dem österreichischen Staat: die Wirtschaft müsste angekurbelt werden, die Unternehmer unterstützt, aber der Staat hat kein Geld. Ähnlich sieht es in der Autobranche aus: In den vergangenen Tagen ist durchgesickert, dass nun auch BMW ein Sparpaket schnüren muss und sich damit in den Konsolidierungs-Prozess der anderen europäischen Hersteller einreiht.

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Die (europäischen) Auto-Konzerne müssen sparen und so sind nach Planung und Doch-Nicht-Einführung der Agentursysteme fast überall die Margen gesenkt worden. Und zwar etwa in der Zeit, in der die Autohäuser den Appell ausgegeben haben, dass der Handel endlich kostendeckend arbeiten und die Querfinanzierung durch die Werkstätte ein Ende haben muss. Danach sieht es aber nicht aus.

Die Rabattitis ist zurück

Zwar sind zwischenzeitlich mit den Margenkürzungen (endlich) auch die Nachlässe gesunken, die Branchenkrankeit Rabattitis feiert aber gerade ein Comeback, der Wettbewerb in einem (Gott sei Dank) wieder wachsenden Markt scheint – nicht zuletzt durch eine Vielzahl neuer Marktteilnehmer – besonders bedrohlich zu werden. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Intra-Brand-Wettbewerb (außer bei den Agentursystemen!) und bringt die Betriebe weiter unter Druck.

Struktur-Probleme übersehen

Corona mit den Förderungen sowie das durch das Neuzulassungsloch verbesserte Werkstätten-Geschäft haben über viele Strukturprobleme in den vergangenen Jahren hinweggetäuscht. Schon jetzt ist die Situation für viele Betriebe prekär: „Wir haben im vergangenen Jahr durch Insolvenzen eine große Anzahl an Betrieben verloren“, beklagt Bundesgremialobmann-Stellvertreter Komm.-Rat Burkhard Ernst.

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„Das Neuzulassungsloch ist in den Markenwerkstätten angekommen“, weiß Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Mst. Thomas Marichhofer und Stefan Hutschinski, Einzelhandelssprecher im Bundesgremium Fahrzeughandel, warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Ertragssituation: „Wir leben davon, dass uns in Österreich die Werkstatt den Handel subventioniert. Wir rechnen aber im Zusammenhang mit wachsender E-Mobilität mit rückläufigen Serviceerträgen.“

Norwegische Zuständ

Sollten sich in Österreich ähnliche Rückgänge wie im E-Mobilitäts-Vorreiter-Land Norwegen abzeichnen, würde sich das derzeitige Geschäftsmodell nicht mehr rechnen, ist Hutschinski überzeugt: „Der Nachlass, der auf Autos gegeben wird, zukünftige mögliche Einbrüche im Reparaturgeschäft und die fehlenden Zulassungen seit 2020 wirken sich gepaart mit den auch internationalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zusätzlich aus.“

Dramatische Entwicklung

Der Ruf nach Hilfe seitens der Hersteller ist vermutlich so alt wie das Geschäftskonzept. Aber es war noch nie so dramatisch: Will man die flächendeckende und qualitative Verkaufs- und Aftersales-Betreuung der Autokunden weiterhin ermöglichen, muss man sie auch in Form der Autohäuser „leben“ lassen.

„Wir werden Lösungen von den Importeuren und Herstellern und ein gesundes Geschäftsmodell brauchen, mit dem wir auch in Zukunft gut wirtschaften können“, so Hutschinski. Der nun deutlich kleinere Kuchen muss fair zwischen Hersteller, Handel und Werkstätte verteilt werden.

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