AW: Wie sehen Sie bei Auto Plus denn die aktuelle Situation am österreichischen Reifenmarkt?

Mag. Sandra Fürst-Scharinger: Die vergangene Saison war kurz und das Reifengeschäft rückläufig, aus den bekannten Gründen von Irankrieg bis zur sinkenden Kaufkraft. Aber dass viele Konsumenten den Reifenkauf aufgeschoben haben, macht uns für die bevorstehende Saison umso optimistischer. Der Ersatzbedarf vor dem kommenden Winter wird auf jeden Fall da sein.

Dragan Knezevic: Und diesen Bedarf können wir mit unserem Portal www.meinereifen.at gewinnbringend für den Handel und bequem für den Kunden decken. Als Partner von Premiummarken haben wir viele Erstausrüstungsreifen eingelagert und können diese am selben Tag oder spätestens am nächsten Morgen österreichweit liefern. Eine Sorge weniger für den Händler, der 100 Prozent des Ertrags hat, sich aber keine unabsehbaren Reifentypen und -größen auf Lager legen muss. Wir nennen das unser Super-Premium-Konzept.

Gehen die Kunden in Zeiten wie diesen nicht eher weg vom Premium- hin zum Billigreifen?

Knezevic: Neben den Premiumherstellern Bridgestone, Pirelli und Michelin haben wir für preissensible Kunden mit Lassa im Quality- und Sailun im Economy Segment zwei Top Marken. Außerdem bieten wir den Endkunden – wiederum: ohne dass der Händler draufzahlt – attraktive Aktionen wie unsere „Gratis-Reifen-Aktion“, die 2-mal im Jahr sehr stark angenommen werden, oder erweiterte Garantien bis hin zum 5-Jahre-Vollkasko-Schutz. Bei anderen Portalen sind Reklamationen oder Garantiefälle oft schwierig, etwa wenn nach der Online-Bestellung die falschen Reifen zum Händler geliefert werden. Bei meinereifen.at entstehen in solchen Fällen dem Endverbraucher weder Kosten noch Arbeit. Auto Plus regelt intern mit dem Reifenhändler alles Notwendige und der Endkunde bezahlt erst, wenn alles erledigt ist.

Fürst-Scharinger: Wir definieren uns nie über den Preis und wollen auch keine Dumping-Preise bieten. Im Bereich meinereifen.at – wir nennen es BforB2C, also "business for business to consumer" – sehen wir auch, dass die Preise akzeptiert werden, wenn Service und Qualität passen. Was wir hauptsächlich anbieten, ist die Dienstleistung: Lieferfähigkeit, Top-Logistik, IT-Infrastruktur, Digitale Verkaufsunterstützung, Social Media, Top Innen- und Außendienst etc. Dabei sind wir der innovative Partner, der agil und flexibel reagiert, was wir nicht zuletzt auch tun können, weil wir Teil der Denzel-Gruppe sind.

Online-Handel ist bei stationären Betrieben nicht immer beliebt. Was macht meinereifen.at anders?

Fürst-Scharinger: Gerade den Bedenken gegen den Online-Handel wollen wir entgegentreten. Wir haben von der Entwicklung an darauf geachtet, dass der Händler die Vorteile sieht. Er hat die Kunden am Hof, er ist weit mehr als reine Montage-Station. Mittlerweile sind 1.300 Händlerpartner bei meinereifen.at dabei, und wir arbeiten kontinuierlich daran, das Portal zu verbessern, etwa mit KI, Video Content oder der beliebten Finanzierungsmöglichkeit. Auch die Möglichkeit für die Händler, das Portal als auf den eigenen Betrieb gebrandete "White-Label-Lösung" zu betreiben, wird mit der kommenden Version des Portals erweitert. Derzeit haben etwa 40 Partner eine solche Lösung in Betrieb. Die Zahlen geben uns recht: Heuer werden wir 1 Million Besucher auf dem Portal und 5 Millionen Social-Media-Kontakte erreichen.

 Das Thema Finanzierung ist beim Reifen eher neu, wird die Möglichkeit stark nachgefragt?

Knezevic: Es ist interessant, dass wir bei Google-Suchen nach Reifenfinanzierung immer ganz weit oben stehen, das Thema wird vermehrt nachgefragt. Auch hier nehmen wir die „Pain Points“ für Endkunden und Händler weg: Die unangenehmen Fragen füllt der Kunde zuhause vor seinem Rechner aus und muss sie nicht im Autohaus beantworten. Der Händler bekommt den fertigen Finanzierungsvertrag zugesandt. Wir haben die optimale Lösung mit dem Partner Santander, der Bedarf ist da, die Nachfrage wird noch wachsen.