Und das nicht nur für Gebrauchtwagensektor, wie er in einem Beitrag in der Februar-Ausgabe von AUTO & Wirtschaft ausführt, sondern auch für Bereich der Pkw-Neuzulassungen.

Neuzulassungen: Ein starkes Jahr mit vielen Fragezeichen

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen der Statistik Austria für 2025 zeigt zunächst ein positives Bild. Mit 284.978 Pkw-Neuzulassungen wurde ein Plus von 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht – der höchste Wert seit 2019. Nach mehreren schwierigen Jahren wirkt das wie eine Erholung.

Doch dieses Wachstum darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Struktur des Marktes deutlich verändert hat. Erstmals entfallen 60,5 Prozent aller Neuzulassungen auf sogenannte alternative Antriebe. Dazu zählen Elektroautos ebenso wie Benzin- und Diesel-Hybride. Besonders stark gewachsen ist das Segment der Benzin-Hybride, das mit 97.143 Zulassungen zur häufigsten Antriebsform wurde.

Hier ist jedoch eine wichtige Differenzierung notwendig. Ein Großteil dieser Fahrzeuge sind sogenannte Mild-Hybride. Technisch handelt es sich dabei um klassische Verbrenner, die durch einen kleinen Elektromotor unterstützt werden. Sie können nicht rein elektrisch fahren und unterscheiden sich im Alltag und im realen Verbrauch oft nur geringfügig von herkömmlichen Benzinern. Für die Statistik gelten sie als „alternativ betrieben“, für viele Kundinnen und Kunden sind sie jedoch weiterhin klassische Verbrenner – mit einem Effizienzbonus.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie den scheinbar rasanten Umstieg auf neue Technologien relativiert. Der tatsächliche Anteil von Fahrzeugen, die im Alltag elektrisch fahren können, ist deutlich geringer, als es die nackten Zahlen vermuten lassen.

Trotzdem: Die Zukunft ist elektrisch – 2025 sind 60.651 BEVs zugelassen worden. Das sind um 16.029 Stück bzw. um 35,9 Prozent mehr als im Jahr 2024 und erreichten einen Anteil von 21,3 Prozent. Ein gutes, kräftiges Zeichen.

Der Diesel hat 2025 weiter an Bedeutung verloren (Rückgang um ein Viertel) und erzielt inkl. der Diesel/Hybrid-Varianten nur noch 16,8 Prozent Marktanteil, aber für Vielfahrer bleibt der Diesel wirtschaftlich attraktiv – trotz Imageverlust und politischer Diskussionen. 

Neuwagenstatistik verzerrt: Firmen bestimmen den Markt, Private kaufen später

Der Neuwagenmarkt ist stark von Firmenzulassungen geprägt. 63,4 Prozent aller Neuzulassungen im Jahr 2025 entfielen auf Firmen, juristische Personen und Gebietskörperschaften. Steuerliche Vorteile, Sachbezugsregelungen und Förderungen beeinflussen hier die Kaufentscheidung massiv.

Das bedeutet: Ein großer Teil der Neuwagen wird nicht gekauft, weil er für private Haushalte besonders sinnvoll oder leistbar ist, sondern weil er steuerlich attraktiv ist. Die eigentlichen Marktauswirkungen zeigen sich daher erst später – nämlich dann, wenn diese Fahrzeuge als Gebrauchtwagen in den Privatmarkt kommen. 

Ein gutes Fünftel der Neuzulassungen gelangt sehr rasch in den Gebrauchtwagenmarkt, denn ein Blick auf die letzte Kurzzulassungsstatistik zeigt, dass mehr als 60.000 PKW mit einer Zulassungsdauer von maximal 120 Tagen (ca. +10Prozent gegenüber 2024) als junge Gebrauchte weiterverkauft werden.

Die Batterie als zentrales Risiko

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Batterie. Zwar geben die Hersteller in der Regel acht, manchmal bis zehn Jahre Garantie, doch für viele Käufer stellt sich die Frage, was danach passiert. Wer ein gebrauchtes Elektroauto kauft und es über mehrere Jahre behalten möchte, läuft Gefahr, am Ende der Nutzungsdauer ohne Garantie für die teuerste Komponente dazustehen.

Ein Batterietausch kann – je nach Modell – bis zu 30.000 Euro kosten. Dieses Risiko ist für viele private Käufer schwer einschätzbar und wirkt abschreckend. Gerade im preissensiblen Gebrauchtwagensegment spielt Vertrauen eine entscheidende Rolle. Die gute Nachricht ist, dass die Akkudegradation in den allermeisten Fällen weniger stark ausfällt, als noch vor ein paar Jahren angenommen wurde. Zudem sind Batterieprüftests mittlerweile ohne großen Aufwand schnell und kostengünstig durchführbar.

Laden: Der Alltag entscheidet

Besonders herausfordernd ist die Situation für Menschen ohne eigene Lademöglichkeit. Ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung lebt in Miet- oder Eigentumswohnungen und verfügt häufig weder über einen fixen Stellplatz noch über die Möglichkeit, eine Wallbox zu installieren. Wer auf öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen ist, muss in der Regel höhere Strompreise bezahlen als beim Laden zu Hause. Zusätzlich erschwert die teils geringe Preistransparenz an DC‑Schnellladestationen eine verlässliche Kostenplanung.

Solange öffentliches Laden teurer ist als Haushaltsstrom – und in vielen Fällen sogar teurer als die Kosten pro Kilometer eines sparsamen Verbrenners – bleibt Elektromobilität für sogenannte Laternenparker eine kostspielige Lösung. Das erklärt, warum der Gebrauchtmarkt für Elektroautos trotz wachsender Stückzahlen nicht automatisch boomt.

Welche Antriebsform ist sinnvoll?

Die Frage nach der sinnvollsten Antriebsform lässt sich nicht pauschal beantworten, denn sie hängt stark vom individuellen Alltag ab. Wer ein Eigenheim besitzt und eine Wallbox nutzen kann, fährt mit einem Elektroauto oft besonders wirtschaftlich – vor allem bei Neuwagen oder jungen Gebrauchten; eine Photovoltaikanlage senkt die Kosten zusätzlich. Wohnungsbesitzer ohne eigene Lademöglichkeit sind hingegen mit einem sparsamen Benziner oder Diesel häufig günstiger unterwegs. Für Vielfahrer bleibt der Diesel weiterhin attraktiv, während Wenigfahrer mit kleinen Benzinern, Mild‑Hybriden oder auch gebrauchten Elektroautos gut beraten sind.

Neue interessante E-Auto-Modelle

Die Modellvielfalt bei den Elektrofahrzeugen steigt ständig an. Die kumulierten Pkw-Neuzulassungen mit Elektroantrieb zeigen von Jänner bis Dezember 2025 eine weiterhin dynamische Marktentwicklung mit einem deutlichen Plus von 35,9 Prozent gegenüber 2024. An der Spitze der Markenrangliste liegt BMW mit 6.581 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 10,9 Prozent, trotz eines Rückgangs von 8,5 Prozent. Knapp dahinter folgen VW (6.575; +98,1 Prozent) und Tesla (6.205; −19,2 Prozent), wobei Tesla im Jahresvergleich deutlich Marktanteile verliert. Besonders stark wachsen Skoda (+167,1 Prozent), Renault (+160,9 Prozent), Hyundai (+229,0 Prozent) und Ford (+194,5 Prozent).

Bei den Modellen bleibt das Tesla Model Y trotz eines Rückgangs von 20,6 Prozent das meistzugelassene Elektroauto. Neue und überarbeitete Modelle prägen das Bild: Der Skoda Elroq steigt auf Anhieb auf Platz zwei ein, während der Skoda Enyaq, der BMW X1 sowie neue Modelle wie der VW ID.7, der Renault R5 oder der Audi Q6 starke Zuwächse verzeichnen. 

Für 2026 sind einige spannende E‑Optionen geplant – vor allem in leistbaren Preissegmenten um bzw. unter 25.000Euro, wo das Angebot bislang mit Modellen wie dem Citroën ë‑C3 oder dem Dacia Spring noch sehr überschaubar ist.

Speziell zu erwähnen sind hier der VW ID.Polo und der ID.Cross sowie Cupra Raval und Skoda Epic. Interessant wird auch der KIA EV2, Renault Twingo und viele neue Modelle von chinesischen Herstellern wie den bereits etablierten Marken BYD, MG oder neuen Brands wie XPeng, Nio, Omoda, Jaecoo und Lynk&Co.

Fazit: Verlässliche Rahmenbedingungen statt Unsicherheit

Die Mobilitätswende verläuft langsamer als noch vor einigen Jahren erwartet. Viele Menschen haben bislang weder ein Elektroauto gefahren noch eine Ladesäule genutzt. Sie kennen das direkte Fahrgefühl und die Möglichkeiten moderner Schnelllader daher nicht aus eigener Erfahrung, äußern sich aber dennoch häufig kritisch – im Internet wie am Stammtisch.

Umfragedaten in unserem jährlich veröffentlichtem DAT-Report zeigen jedoch: Wer einmal elektrisch gefahren ist, steht der E‑Mobilität deutlich offener gegenüber. Entscheidend bleiben jedoch eine leistbare, komfortable Lademöglichkeit und insgesamt niedrige laufende Kosten. Wenn spürbar wird, dass jeder Kilometer günstiger ist als mit einem Verbrenner, fällt die Entscheidung für ein E‑Auto deutlich leichter.

Gleichzeitig führt die politische Unsicherheit zu spürbarer Zurückhaltung. Kurzfristige Förderstopps, wechselnde steuerliche Vorgaben und unklare Zielrichtungen erschweren sowohl Planung als auch Investitionen. Während der Diesel europaweit an Bedeutung verliert, halten einige europäische – insbesondere deutsche – Hersteller aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin – zumindest kurzfristig – an ihm fest und geraten dadurch zunehmend in Konflikt mit strengeren EU‑Vorgaben und CO2-Zielen.

Das vieldiskutierte Aus für das „EU‑Verbrennerverbot“ verschafft den Herstellern und Zulieferern zwar kurzfristig mehr Spielraum, doch angesichts der asiatischen und vor allem chinesischen Konkurrenz bin ich der Meinung, dass es entscheidend sein wird, rasch den Focus auf die neuen Technologien zu richten, um nicht den Anschluss zu verlieren. Wichtig sind klare politische Leitplanken und wettbewerbsfähige Produkte. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen, fairen Preisen und einem attraktiven Angebot können sich neue Antriebsformen dauerhaft im Alltag durchsetzen.