Die LKQ Corporation gilt als Schwergewicht im europäischen Teilehandel – doch das Europageschäft entwickelt sich schwächer als erhofft. Unter dem Druck von Investoren prüft der börsennotierte US-Konzern strategische Optionen bis hin zu einer Trennung von der LKQ Europe – inklusive der Stahlgruber GmbH als zentraler Baustein im DACH-Raum.
Weiterlesen: Gute Geschäfte ermöglichen
Konzernchef Justin L. Jude zeigte sich bei der Vorlage der Jahreszahlen 2025 „enttäuscht“ über Europa: Zum Gesamtumsatz von 13,7 Mrd US-Dollar steuerte die Region 6,1 Mrd US-Dollar bei, blieb aber bei der Profitabilität zurück. Während LKQ konzernweit auf eine EBITDA-Marge von über 11 Prozent kam, erreichte Europa im vierten Quartal 2025 nur 8,3 Prozent – 1,8 Punkte weniger als ein Jahr zuvor. Jude verweist auf schwaches Verbrauchervertrauen, makroökonomische Unsicherheit und Preisdruck.
27.500 Mitarbeiter in über 1.000 Niederlassungen
Welche Form eine Abspaltung der Stahlgruber GmbH/Poing (D) vom Mutterkonzern LKQ Corporation/Nashville (USA) annehmen könnte, ist offen – und der Zeitdruck steigt. Denkbar sind laut Branchenkreisen sowohl der Verkauf der gesamten europäischen Tochter als auch die Veräußerung einzelner Landesgesellschaften.
Weiterlesen: Das war das WERKSTATT-FORUM 2026
Eine Trennung würde den Markt spürbar neu ordnen: LKQ Europe hat in den vergangenen 15 Jahren rund 80 Unternehmen in 20 Ländern übernommen, beliefert über 100.000 Werkstätten in mehr als 18 Ländern und betreibt von Zug aus ein Netz mit über 1.000 Niederlassungen und rund 27.500 Mitarbeitern; knapp 6.000 davon arbeiten in der DACH-Region.
Seit rund zehn Jahren gehört auch Stahlgruber zum Konzern, 2018 zahlte LKQ dafür rund 1,5 Mrd Euro. Antreiber ist der aktivistische Investor Ananym Capital, der einen Verkauf fordert und die Erlöse für Aktienrückkäufe ins Spiel bringt.
