Der Trend zur Garantie-Verlängerung hat mit Seat gerade eine neue Dimension erreicht. Die Entwicklung eingeleitet hat vor langer Zeit Kia mit der 7-Jahres-Garantie (seit 2010 für alle Modelle gültig). Damit hat man potenziellen Neukunden ein großes Qualitäts-Versprechen gegeben und die Marke stärker positioniert. Das Vertrauen in eine noch nicht so bekannte Marke ist auch der Grund, warum die neuen chinesischen Hersteller auf längere Fristen setzen: BYD bietet 6 Jahre, MG sowie die Newcomer XPeng, Omoda und Jaecoo 7 Jahre.

Bei den etablierten Marken ist die Situation sehr unterschiedlich, selbst innerhalb eines Konzerns. Während Audi bei 2 Jahren geblieben ist, differenziert VW mit unterschiedlichen Anschluss-Garantien an 2 Jahre Gewährleistung(!). Skoda und Cupra ermöglichen 5 Jahre und bei Seat hat man vor Kurzem bei allen Neuwagen auf einzigartige 10 Jahre oder 200.000 Kilometer verlängert. Auch hier wird damit ein starkes Signal in Richtung Qualität gesendet. 

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wollen die Kunden Sicherheit. Mindestens ebenso wichtig ist aber der zweite große Effekt einer Garantie-Verlängerung: die Bindung an die Markenwerkstätte. Denn selbst wenn gesetzlich auch eine Wartung nach Hersteller--Vorgaben in einer freien Werkstätte zum Garantie-Erhalt genügt, zeigen die Praxis und vor allem das Bewusstsein beim Konsumenten einen Vorteil für den Markenbetrieb. 

Auf der anderen Seiten bringen gestiegene Kosten die Autofahrer wieder stärker in freie Betriebe. Ein entscheidender Punkt ist der Besitzerwechsel und hier hängt das Serviceverhalten am Verkäufer des Fahrzeuges.

Wann erfolgt der Wechsel?

Die Hersteller geben wenig Information darüber, wann durchschnittlich der Wechsel der Kunden in freie Betriebe erfolgt und naturgemäß sind diese Werte je nach Marke unterschiedlich. Für Deutschland hat der DAT Report gerade wieder Werte dazu erhoben: So lag dort das Durchschnittsalter der reparierten Pkws in Markenwerkstätten bei 6,4 Jahren, bei den freien Betrieben bei 11,6 Jahren. 

Erfreulicherweise haben alle österreichischen Importeure die Chance, ihre Garantieleistungen zu präsentieren, genutzt; nur von Mercedes und Tesla erhielten wir trotz Nachfrage keine Antworten.