In den letzten Wochen war das Thema bidirektionales Laden bei meinen Terminen stark präsent. So war ich natürlich bei der dritten Veranstaltung der V2G-Alliance, dann bei einer Energie-Veranstaltung, bei der das Thema einen großen Anteil eingenommen hat, und darüber hinaus habe ich noch mehrere Gespräche geführt und Infos erhalten.
Was auffällt: Alle Veranstaltungen zum Thema Energie, V2G oder E-Mobilität sind von sehr guter und optimistischer Stimmung geprägt. Hier treffen sich nicht die Menschen, die erklären wollen, was alles nicht geht. Vielmehr wird hier gemeinsam an Chancen und Lösungen gearbeitet. Das ist sehr erfreulich und motivierend.
V2H und V2B bereits Realität
Ebenso erfreulich ist die nun tatsächliche Verfügbarkeit von V2H bzw. V2B (vehicle-to-building), also die Rückspeisung der Akku-Energie aus dem Auto ins eigene Haus bzw. – im Fall eines Unternehmens – ins Gebäude. Ein Meilenstein ist die offizielle Zulassung der V2G-Wallbox von Ambibox als Wechselrichter, wodurch ein Netzbetreiber den Anschluss nicht mehr verweigern kann. Das Auto kann also als Heimspeicher genutzt werden. Die Ambibox wird in Österreich von Moon Power und ZAPe.at vertrieben und deckt offiziell neben vielen Fahrzeugen aus dem VW-Konzern auch Modelle von Ford (MEB), MG, Maxus, Nissan und Polestar ab.
Lesen Sie hier mehr über die zugelassene Ambibox
Die DC-Box von Ambibox ist also universeller einsatzbar als manch andere bereits verfügbare Lösungen von BMW (DC, Deutschland) oder Renault (AC, Frankreich). Dafür werden diese Angebote – in Verbindung mit einem Energieanbieter – bereits im Netz verwendet und die Nutzer erhalten Gutschriften bzw. Vergütungen. Je nach Kilometerleistung ist der Betrieb des Fahrzeuges im besten Fall kostenlos. In naher Zukunft werden wir zahlreiche Lösungen von Automobilherstellern sehen, wenn anfangs auch auf die Marke und den Energieanbieter eingeschränkt.
Lesen Sie hier mehr über bidi-Lösungen von Moon
Für eine konsequente Umsetzung von V2G, also für die Rückspeisung ins Netz, sind noch ein paar Punkte zu klären, großteils rechtlicher Natur. Als gelernte Österreicher müssen wir der Politik vielleicht noch das eine oder andere Jahr für die perfekte Lösung geben. So lange werden die Anbieter von Wallboxen und Autos auch noch benötigen, um wirklich interoperable Produkte anzubieten. Anfangs hält noch jeder die Hand über sein Produkt, um ein vorerst geschütztes Öko-System aufzubauen. Doch auch die Offenheit wird kommen.
Hohe Dynamik in der Politik
Während das Thema in den vergangenen Jahren lediglich mitgeschwommen ist, hat sich in den vergangenen Monaten eine hohe Dynamik entwickelt. Kein Autohersteller möchte die Entwicklung verpassen und auch in der Politik weiß mittlerweile jeder, worum es geht. So hat das Parlament zumindest einen Entschließungsantrag verabschiedet, um „E-Autobatterien als Stromspeicher nutzbar zu machen“. Im ElWG sind bereits ein paar Punkte geregelt, die Netzdientlichkeit muss hingegen noch breiter ausgelegt werden.
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Mit der V2G-Alliance hat sich eine sehr breite Interessenvertretung gegründet, die bereits erste Handlungsempfehlungen erarbeitet hat. Bidirektionales Laden ist ein wichtiger Game-Changer der Elektromobilität, der die Mobilitäts- und Energiewende deutlich beschleunigen wird. Das Auto ist damit nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Der Autohändler ist – sofern er sich mit dem Thema auseinandersetzt – der Lösungsanbieter.
