Neben den Premiumreifen von Continental, Goodyear, Michelin und Pirelli haben auch 3 Qualitätsreifen aus dem mittleren Preissegment (BF Goodrich, Firestone, Maxxis) sowie 3 günstige Produkte (Laufenn, Tercelo, West Lake) das umfangreiche Testprogramm durchlaufen (Details siehe unten angefügte PDFs). Auf trockener Straße bleibe das Testfeld erfreulich dicht zusammen. Der Abstand zwischen dem Continental, der mit 32,8 Metern den kürzesten Bremsweg aus 100 km/h erzielt habe, und dem West Lake, dessen 35,7 Meter den längsten Anhalteweg markierten, sei noch akzeptabel. Auch bei der Fahrsicherheit ließen sich zwar spürbare Unterschiede ausmachen, doch selbst die Profile von Tercelo und West Lake, die hier am schwächsten abgeschnitten hätten, ließen sich problemlos bändigen. Mit dem präzisen und dynamischen Fahrverhalten des Goodyear hätten sie freilich nicht mithalten können.

Auf Nässe ergebe sich ein ganz anderes Bild. Denn hier zeigten die Probanden erhebliche Unterschiede. Allen voran biete der Premium Contact 7 von Continental auf regennasser Straße optimale Haftung. Egal ob im Handling oder beim Bremstest, auf der Kreisbahn oder bei der Fahrsicherheit – er sei spitze. Auch die Profile von Pirelli, Goodyear und Firestone hätten bei Regenwetter eine sehr gute Figur abgegeben – wobei der Firestone zwar am wirkungsvollsten vor Aquaplaning schütze, aber wie Michelin und Maxxis einen ziemlich langen Bremsweg verzeichne.

Der Fairness halber sei erwähnt, dass auf einer besonders glatten Asphaltbahn gemessen worden sei. Solche Oberflächen finde man im realen Verkehrsgeschehen etwa vor Kreuzungen, wo die Reifen den Belag beim Bremsen „poliert“ hätten. In der Regel würden daher die durchschnittlichen Bremswege im Alltag kürzer ausfallen. Andererseits veranschauliche diese Methode noch drastischer die Risiken, die von manchen Reifen ausgingen: Die drei Discount-Angebote von West Lake, Tercelo und Laufenn hätten zu lange Bremswege von 100 km/h bis zum Stillstand. Dort, wo der Testwagen mit den Continental stoppe, rausche er auf diesen 3 Reifen mit deutlich über 30 km/h Restgeschwindigkeit vorbei – viel zu viel.

Erhebliche Unterschiede zeigten sich zudem im Fahrverhalten nahe der Haftgrenze. Während die Kandidaten im Trockenen eher verschiedene Charakteristiken an den Tag legten, forderten sie auf Nässe alle mehr oder weniger viel Erfahrung und gute Reflexe vom Fahrer. Das könne im Ernstfall zum Problem werden: Reagiere ein Reifen beispielsweise unerwartet auf plötzliche Lastwechsel, seien gute Nerven gefragt. Etwa wenn der Fahrer erschrocken Gas wegnehme oder die Bremse antippe und das Auto an der Hinterachse ausbreche und es schlagartig ins Übersteuern wechsle. Andererseits ließet übertrieben frühes und ausgeprägtes Untersteuern den Wagen stur geradeaus schieben, anstatt die Lenkimpulse des Fahrers umzusetzen. Die Reifen von Continental und Pirelli entlasteten in solchen Situationen mit Berechenbarkeit, einer neutralen Balance und Eigenstabilisierung, wenn das Fahrzeug doch ins Rutschen gerate. Das gelinge nicht allen Kandidaten derart überzeugend. Besonders der Laufenn und der Tercelo fielen bei forcierter Kurvenfahrt mit spürbar weniger Grip auf und riefen mit ihren teils lebhaften Lastwechselreaktionen das elektronische Stabilitätsprogramm des Testwagens auf den Plan. Auch die Profile von Michelin, West Lake und Maxxis dürften auf regennasser Fahrbahn mehr Haftung aufbauen. Doch das würde wiederum Einbußen bei der Energieeffizienz und bei der Haltbarkeit nach sich ziehen – einer von vielen Zielkonflikten in der Reifenentwicklung. Nur der Pneu, der hier das richtige Maß finde, habe Chancen auf den Testsieg.

Solange die Straßenverhältnisse gut seien, schnitten alle Reifen erfreulich sicher ab, setzten aber individuelle Akzente im Handling, beim Komfort oder in der zu erwartenden Laufleistung. Auf nassem Asphalt offenbarten sich dagegen enorme Unterschiede in der Griffigkeit – etwa beim Bremsen auf regennasser Fahrbahn. Das könne gefährlich werden. Neben dem Continental Premium Contact 7, der souverän den Testsieg einfährt, verdienen sich lt. ARBÖ auch der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6, der Pirelli Cinturato C3, der Firestone Roadhawk 2 sowie der BF Goodrich Advantage 2 und der Michelin Primacy 5 eine klare Empfehlung.