„Ich sehe, Sie interessieren sich für Fahrzeuge“, lautet die freundlich formulierte Botschaft, der Postkarte auf unserem brandneuen japanischen Testfahrzeug, das auch mit gut sichtbaren „Hybrid“-Schriftzügen versehen ist. Wir wenden die Postkarte und staunen: „Aber warum so dick?“ prangt in fetten Lettern auf der Rückseite des Kärtchens. Danach folgt die Erklärung: Der Anteil der SUVs befinde sich weltweit auf einem Rekordhoch von 40 % – trotz der angestrebten Klimaziele für 2021 zur Senkung der CO2-Emissionen auf 95 g/km seien die Verkaufszahlen von SUVs in Europa um 20 % gestiegen“, werden wir belehrt. Gleichzeitig weist man uns darauf hin, „dass SUVs durchschnittlich auf 100 km um etwa 6 kg mehr Kohlendioxid emittieren als ein herkömmlicher Diesel-Pkw und der genormte Parkplatz für ein Fahrzeug dieser Bauart im Schnitt um 2 m2 größer ist als der eines Minivans und somit den Maßen eines Kinderzimmers entspricht“.

Liebe Frau Grünwarderwald: Herzlichen Dank, dass Sie sich so vehement für die Umwelt einsetzen und den Klimawandel thematisieren! Leider scheinen Sie aber entweder nicht differenzieren zu wollen oder zu können – es sei denn, generelles SUV-Bashing ist Ihre Mission. Denn wer immer Ihrer Mitarbeiter die Postkarte an diesem SUV platzierte, hat klassisch das Thema verfehlt. Unser benzinbetriebenes Testfahrzeug emittiert laut Hersteller knapp 100 g/km – und das bei einem innerstädtischen Verbrauch auf Kleinwagenniveau von knapp 5 l. Insgesamt arbeiten zahlreiche Automobilhersteller an neuen, technischen Lösungen, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren – ich persönlich bin davon überzeugt, dass die verordnete Reduktion bis 2030 erreicht wird.  

Statt sterotyp das (alte) schlechte Image des SUV immer weiter hochzukochen, böte sich als Alternative an, globale „ungefilterte“ CO2-Schleudern ins Visier zu nehmen und Ihre Botschaften besser an Containerschiffen, Düsenjets, Kohlekraftwerken oder südamerikanischen Rinderherden zu applizieren.

In diesem Sinne, liebe Frau Grünwarderwald, hoffe ich auf ein wenig Verständnis Ihrerseits, und ersuche Sie, Ihre für die Postkartenverteilung verantwortlichen Mitarbeiter entsprechend nachzuschulen. •