Auch 2026 findet das Wiener Motorensymposium bereits in seiner 47. Auflage statt und konzentriert sich auf den Antriebsstrang der Zukunft.
Beim Pressegespräch im Vorlauf zum Event im April skizziert Univ. Prof. Dr. Bernhard Geringer, Veranstalter des Motorensymposiums und Vorstandsmitglied des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) abermals, worum es ihm und den Veranstaltern bei dem Event am 22. bis 24. April geht: "Wir wollen eine gesamtheitliche Sicht schaffen, wie sich das Thema Antriebstechnologie in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird."
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Geoffrey Bouquot, Vorstandsmitglied bei Audi AG und Verantwortlich für die Technische Entwicklung bei Audi, wird sich in seinem Vortrag beim Motorensymposium vor allem auf das Thema KI konzentrieren.
Der KI-Motor der Zukunft
Dabei geht es Bouquot vor allem darum, wie man den Motor der Zukunft denkt und wie dieser in Software-Defined-Vehicles (SDV) das Fahrgefühl und die Leistung steuert, aber auch die Emotionen. "Das Auto der Zukunft wird einen Motor haben, der eine KI-Architektur im Herzen tragen wird. Die Frage ist, wie wir das gemeinsam verantwortungsbewusst entwickeln und in die Zukunft tragen", so Bouquot. Dabei ginge es nicht nur um Sprach- oder Gestensteuerung: "Man muss es gesamtheitlich in der Entwicklung des Fahrzeugs und natürlich auch des Motors denken."
Allerdings unterstreicht er auch, dass diese KI-Entwicklung keineswegs die Antriebsart vorgibt: "Ob das ein Vollelektrischer, Teilelektrischer oder eine andere Art eines Verbrennungsmotors sein wird, ist offen."
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Geht es nach Michael Zink, Präsident des europäischen Zulieferverbandes CLEPA, hat man im vergangenen Jahr einen Shift in den Gesprächen und dem Klima mit und in Brüssel erlebt: "Mit dem Automotive Package hat die EU-Kommission einen ersten positiven Schritt unternommen, um die Klimaziele mit wirtschaftlichen und sozialen Realitäten zu verbinden."
In wenigen Jahren 40 Prozent der Industrie unrentabel
Und die Zeit drängt, denn laut Zink seien bereits in wenigen Jahren rund 40 Prozent der Kfz-Industrie in Europa nicht mehr rentabel führbar. Zudem stünden mehr als 350.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. "Und das, obwohl die EU-Zulieferer rund 45 Mrd Euro jährlich in Forschung und Entwicklung investieren. Wir sind damit der größte Investor der EU", so Zink.
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Er appelliert, einen pragmatischeren Weg bei der Reduktion der CO2-Emissionen in der EU, damit "wir in Europa das Rennen um die Entwicklung und Forschung nicht verlieren". Denn Europa müsse sich nicht verstecken: "Wir haben in Europa noch immer sehr viel Innovationskraft und viel Know-how. Wir müssen nur zu unserem Selbstbewusstsein zurückfinden, diese Kräfte auch zu nutzen", so Zink.
Erstmals eigene Vortragsreihe mit China-Schwerpunkt
Bereits am Tag vor der offiziellen Eröffnung findet in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit den China Society of Automotive Engineers (China-SAE) ein "Forum für nachhaltige Antriebstechnologien" statt. Das Ziel des Forums ist es, die technologischen Stärken der chinesischen und europäischen Automobilindustrie zu bündeln.
