Längere Lieferzeiten

„Eine Herausforderung im Sommer betrifft teilweise die Belieferung mit Neuwagen – unter anderem auch im Nutzfahrzeugbereich“, wie Anton Reiser, Geschäftsführer Autohaus Reiser/Mondsee, berichtet. „Die Nachfrage ist sehr hoch, was zu längeren Wartezeiten führen kann.“ Auch die neuen Elektromodelle seien derzeit heiß begehrt. „So gibt es derzeit etwa deutlich längere Lieferzeiten für den Cupra Raval, eine ähnliche Nachfrage könnte auch bei den kommenden neuen kleineren E-Modellen wie I.D. Polo oder Skoda Epiq zu längeren Wartezeiten führen, weil diese Modelle auch euro-paweit gefragt sind.“ Im Gegensatz dazu ließe die Nachfrage bei Gebrauchtwagen bei großen Fahrzeugen mit Dieselantrieb spürbar nach. „Die Sechszylinder-Diesel waren gefragteste Ware, nun geht der Trend eindeutig Richtung Hybrid.“
Anton Reiser

Hoher Druck aus Fernost

„Im Moment gibt es starke Veränderungen auf dem Markt, manchen Herstellern, denen es nicht gut geht und die Sparmaßnahmen durchsetzen, versuchen gleichzeitig ihre Marken möglichst attraktiv zu halten, und das bedeutet für die Händler hohe Auflagen für Erneuerungen im Schauraum und der Optik“, meint Ing. Wolfgang Rötzer, Seniorchef Autohaus Dosenberger/Innsbruck. „Der Druck ist spürbar, im Grunde wollen alles das Gleiche: die Händler in einem schwierigen Marktumfeld optimal zu positionieren. Gleichzeitig drängen auch neue, starke Mitbewerber aus Fernost auf den Markt, was zusätzlich Druck macht. Das bedeutet, dass Markenhändler dann einerseits hohe Kosten für Attraktivität des Schauraums und Werbeaufwand haben und andererseits mit einem -kleineren Volumen auskommen müssen.
Wolfgang Rötzer

Immer mehr Manpower

„Konzerne wollen möglichst viele Informationen sammeln, was zur Konsequenz hat, dass diese Systeme befüllt werden müssen und wir immer mehr Manpower brauchen, um diese Vorgaben zu bewältigen“, erklärt Gernot Keusch, Geschäftsführer Autohaus Stahl/Wien. Der Aufwand in der Werkstatt für Garantieabwicklungen und im Verkauf – teilweise getrieben durch rechtliche Vorgaben – sei enorm. Gleichzeitig würden die Händler auch stärker kontrolliert. „In Summe kostet das sehr viel Geld, dies ist die derzeit größte Herausforderung, weil wir auch das Problem haben, dass wir immer schwerer Personen finden, die arbeiten können und wollen. Im Zuge der Digitalisierung sind wir zu Beginn eine Zeit lang schneller geworden, jetzt verlangsamen wir uns.“
Gernot Keusch

Versierte Mitarbeiter

„Derzeit schreiten technische Veränderungen in hoher Geschwindigkeit voran, wenn man nicht dementsprechend mit sehr versierten Mitarbeitern in der Werkstatt gut aufgestellt ist, kann man schnell den Anschluss verlieren“, wie Komm.-Rat Bernhard Radauer, Seniorchef Autohaus Radauer, St. Veit an der Glan, Neumarkt und Spielberg, unterstreicht.
„Ein zweites Problem stellen momentan auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und deren hohe Preise dar. Diesbezüglich sind wir machtlos. Mit etwas Pech kann es passieren, dass die Reparatur neuwertiger Fahrzeuge dann bis zu 2 Monate Wartezeit benötigt, wobei wir unseren Kunden mit Ersatzfahrzeugen helfen können, was aber spürbare zusätzliche Kosten verursacht“, so Radauer.
Bernhard Radauer

Überbordende Bürokratie

„Es ist im Augenblick sehr schwierig, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, berichtet Komm.-Rat Manfred Ellensohn, Seniorchef des Autohauses Ellensohn/Rankweil.
„In Vorarlberg pendeln tausende Einheimische ins benachbarte Ausland, teils nach Liechtenstein und teils in die Ostschweiz zur Arbeit, weil das Lohnniveau um Brutto rund ein Drittel höher ist, was die Mitarbeitersuche deutlich verschärft.“
Generell sei man mit einer überbordenden Bürokratie, die stetig zunimmt, konfrontiert: „Das betrifft im Besonderen die Neuwagen-Abwicklung und die damit zusammenhängende Verwaltung und ebenso Garantiearbeiten samt zeitintensiven Fehler-Sucharbeiten mit Richtzeiten, die teilweise schwer einhaltbar sind.“
Manfred Ellensohn

Aufwändige Garantieabwicklung

„Die unterschiedlichen und komplexen Vorgaben der Hersteller stellen für uns eine enorme Herausforderung dar“, wie Alexander Moldan, Geschäftsführer Autohaus Pirnbacher/St. Johann im Pongau, sagt. Das betreffe vor allem den Werkstattbereich und im Speziellen auch die Garantieabwicklung. „Diese ist unglaublich aufwändig und führt zu einem unverhältnismäßig hohen Zeitaufwand auch bei kleinen Reparaturen.“ Als Mehrmarkenbetrieb arbeite man mit unterschiedlichen Systemen und Schwerpunkten. Verbessert habe sich hingegen die Problematik bei längeren Wartezeiten für Ersatzteile, die natürlich auch Kosten verursache. Ein Problem seien immer wieder verzögerte Lieferzeiten für Neuwagen diverser Marken „was natürlich auch auf Unmut der Kunden stoßen kann“.
Alexander Moldan

Finanzielle Herausforderung

„Eine besondere Herausforderung stellt der Wunsch unterschiedlicher Importeure dar, neue CIs im Autohaus umzusetzen“, wie Roland Schallgruber, Geschäftsführung Autohaus Schallgruber/Stockerau, betont. „In Zeiten wie diesen ist das sehr spannend, denn aus meiner Sicht sind diese Begehrlichkeiten in diesem Umfang derzeit nicht darstellbar, auch nicht zeitgemäß und bringen zusätzliche finanzielle Belastungen in einem ohnehin schon herausfordernden Umfeld.“ Auch der Personalmangel sei nach wie vor ein Thema.„Wir bemühen uns laufend, Mitarbeiter im eigenen Betrieb auszubilden und zu halten“, so Schallgruber. Letztendlich müssten die Vorgaben der Importeure aber umgesetzt werden, da man sonst Gefahr laufe, auf der Strecke zu bleiben.
Roland Schallgruber

Schwierige Zeiten

„Eine Herausforderung für uns stellen Wünsche des Importeurs in Sachen neuer CI dar, was in schwierigen Zeiten eine zusätzliche finanzielle Belastung zur Folge hat“, wie Roland Zsoldos, Autohaus Zsoldos/Neusiedl am See, sagt. Darüber hinaus seien auch Prozesse im Zusammenhang mit Garantiearbeiten deutlich aufwändiger geworden. Bald brauche ein Mechaniker bereits eine Bodycam, um sämtliche Inspektionen zu dokumentieren und aufzuzeichnen. Gleichzeitig steige auch der Zeitaufwand für diese Arbeiten stetig.Wenn sich Auslieferungen verzögerten, könne es auch zu Problemen mit enttäuschten Kunden kommen. Insgesamt ist Zsoldos mit dem Geschäftsverlauf im heurigen Jahr zufrieden: „Die Werkstatt ist ausgelastet und der Absatz auch von -E-Fahrzeugen läuft ganz gut.“
Roland Zsoldos

Monatliche Kosten abdecken

„Das Herausforderndste ist – wie ich meine – derzeit, das Geld zu verdienen, um damit die monatlichen, laufenden Kosten abdecken zu können, wie Bernhard Kalcher, Geschäftsführer Autohaus Kalcher/Fehring, erklärt.
„Die Befindlichkeiten der Importeure sind immer noch gleich – als ob die Wirtschaft so funktionieren würde, wie sie das 10 Jahre tat. Das ist aber nicht der Fall. Ich weiß nicht, wie es gehen soll, schon wieder eine Welle an CI-Wünschen zu erfüllen. Natürlich steht es jedem frei, dass man sich bestmöglich aufstellen und vom Markt abheben will – aber wer zahlt das alles? Dazu gesellen sich die exorbitant überzogenen Lohnerhöhungen der letzten Coronajahre. Insgesamt sehen wir uns mit einem Potpourri an wahrhaften Problemstellungen konfrontiert.“
Bernhard Kalcher