Die geplante Änderung beim Sachbezug für Elektro-Firmenwagen dürfte langfristig auch den österreichischen Gebrauchtwagenmarkt beeinflussen. Laut einem Whitepaper von Indicata ist dabei nicht nur entscheidend, wie viele BEV Unternehmen ab 2027 anschaffen, sondern vor allem, welche Modelle, Segmente und Ausstattungen gewählt werden. Diese Fahrzeuge kommen in der Regel drei bis vier Jahre später auf den Gebrauchtwagenmarkt und prägen dort das Angebot.

Unterschiedliche Fahrzeuginteressen

Indicata sieht ein Risiko darin, dass Modelle, die für Firmen aufgrund steuerlicher Vorteile und günstiger Leasingraten attraktiv sind, nicht automatisch den Anforderungen privater Gebrauchtwagenkäufer entsprechen. 

Preis, Reichweite, Ausstattung, Kilometerleistung und Haltedauer dürften deshalb künftig noch stärker darüber entscheiden, wie gut sich ehemalige Firmenfahrzeuge weiterverkaufen lassen. Auch Exporte seien kein verlässliches Sicherheitsventil, da klassische Absatzmärkte für gebrauchte Verbrenner nicht automatisch auch für Elektroautos funktionieren.

Gebrauchte BEV unter Druck

Bereits jetzt stehen gebrauchte BEV unter Preisdruck. Der Indicata-Preisindex sank von Januar 2024 bis Juli 2026 auf 80,31 Punkte, während Benziner noch bei 93,38 Punkten lagen. Niedrigere Preise können E-Autos für Privatkunden zwar attraktiver machen und den Bestandsumschlag beschleunigen, gleichzeitig steigt damit aber der Druck auf die Restwerte. Die zuletzt verbesserte Marktliquidität bewertet Indicata vorsichtig. Sie wurde unter anderem durch hohe Kraftstoffpreise begünstigt und gilt noch nicht als Beleg für eine Stabilisierung des GW-Marktes.