Der steirische Neuwagenmarkt ist im ersten Halbjahr 2026 kräftig gewachsen. Von Jänner bis Juni wurden 24.079 Pkw neu zugelassen, um 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Alternative Antriebe erreichen bereits einen Anteil von 61,8 Prozent. Reine Elektroautos legten um 36,2 Prozent auf 4.837 Fahrzeuge zu, Benzin-Hybride um 26,2 Prozent auf 8.658 Einheiten.
„Die Steiermark wächst im Neuwagenmarkt um 15 Prozent und über 60 Prozent der neuen Pkw fahren bereits mit alternativen Antrieben. Unsere Betriebe sind der Motor der Mobilitätswende“, sagt Fahrzeughandelsobmann Peter Jagersberger. Der Gebrauchtwagenmarkt ging hingegen um 4,9 Prozent auf 61.464 Fahrzeuge zurück. Elektroautos legten dort um 47,5 Prozent zu. Besonders dynamisch entwickelten sich leichte Nutzfahrzeuge: Ihre Neuzulassungen stiegen um 58 Prozent. „Das zeigt, wie konsequent Unternehmen ihre Flotten modernisieren“, erklärt Vogl-&-Co-Geschäftsführer Gerald Auer.
Branche kritisiert neue Belastungen
Trotz der positiven Marktentwicklung warnt die steirische Fahrzeugwirtschaft vor neuen politischen Belastungen. Kritik gibt es vor allem am geplanten Sachbezug für Elektro-Dienstwagen. Ab 2027 soll die bisherige Befreiung eingeschränkt werden, ab 2028 ist ein Sachbezug von 0,625 Prozent der Anschaffungskosten vorgesehen. „Mit dem Sachbezug für E-Dienstwagen und den Verschärfungen bei NoVA und ‚Raserei‘ werden ausgerechnet jene Unternehmen belastet, die Verantwortung übernehmen und investieren“, kritisiert Fahrzeughandelsobmann Peter Jagersberger.
Auch die NoVA-Rückvergütung bei Fahrzeugexporten soll künftig auf Fahrzeuge beschränkt werden, die höchstens 48 Monate im Inland genutzt wurden. „Das ist für exportorientierte Betriebe und den Gebrauchtwagenhandel eine massive Verschlechterung“, sagt Gerhard Monsberger von Porsche Inter Auto Steiermark. Zusätzliche Unsicherheit bringt die geplante Einbeziehung von Leasing-, Miet- und Firmenfahrzeugen in den Fahrzeugverfall bei Raserei.
