Der Kongress von Österreichs Energie in der Wiener Hofburg ist seit dem Start 2010 von rund 300 auf etwa 800 Teilnehmer gewachsen. „Das Publikum spiegelt mittlerweile die Vielfalt jener Branchen wider, die an der Energiewende beteiligt sind“, so Generalsekretärin Barbara Schmidt bei der Eröffnung. Gemeinsames Ziel ist eine sichere, saubere und leistbare Energiezukunft. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hob in seiner Video-Botschaft vor allem die Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten und damit auch von kriegführenden Staaten hervor.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bezeichnete eine wettbewerbsfähige, saubere und leistbare Energieversorgung als Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung. Der Industrieanteil an der österreichischen Wirtschaftsleistung solle wieder von 16 auf 20 Prozent steigen. Auch energieintensive Unternehmen müssten in Österreich eine Perspektive haben.

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Eine entscheidende Rolle spielen für Hattmannsdorfer das Elektrizitätswirtschaftsgesetz und das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz. Um Preise zu senken und die Abhängigkeit von Importen zu verringern, brauche es vor allem mehr Erzeugungskapazitäten: „Ausbauen, ausbauen, ausbauen,...).“ Gleichzeitig müsse der Ausbau intelligent erfolgen und Digitalisierung sowie Speicher einbeziehen. Bei der Netzinfrastruktur gebe es (auch politischen) Nachholbedarf.

Michael Baminger, seit heuer Präsident von Österreichs Energie, bezeichnete die Energiewirtschaft als Wegbereiter der Transformation. Bereits 94 Prozent der österreichischen Stromerzeugung kämen aus erneuerbaren Quellen.

Diess: Alles wird elektrisch

Der frühere Volkswagen-Chef Herbert Diess erwartet eine weitreichende Elektrifizierung: „Elektrisch wird alles, was sich sinnvoll elektrifizieren lässt.“

Diess sieht Solarenergie künftig als weltweit dominierende Energieform, weil die Preise laufend fallen. Ähnliche Entwicklungen sieht er bei Windenergie, Batteriespeichern und Elektromobilität. Schwellen- und Entwicklungsländer könnten dadurch fossile Entwicklungsphasen teilweise überspringen.

Eine Schlüsselrolle sollen Batteriespeicher übernehmen. Dafür werden auch Elektroautos zukünftig genutzt werden. The Mobility House sammelt mit solchen Anwendungen nach Angaben von Diess seit rund zehn Jahren Erfahrungen und vermarktet bereits 2,5 Gigawatt an Speicherkapazität.

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In Frankreich werde bidirektionales Laden gemeinsam mit Renault bereits angeboten. Künftig sollen Elektroauto, Photovoltaikanlage und Haushalt über ein Energiemanagementsystem gemeinsam gesteuert und mit einem einheitlichen Energietarif verbunden werden. Für den Herbst kündigte Diess ein entsprechendes Angebot mit einem großen Automobilhersteller an. Mit erheblichen Einsparungen für den Konsumenten.