Kürzlich war ich mit meinem privaten E-Auto (ja das gibt es, aber den Schmäh kann ich bald nicht mehr machen) beim Service in einem durchaus etwas größeren Mehrmarken-Betrieb im Osten Österreichs.

Weil ich meinem Auto etwas gutes tun will, gönne ich ihm einmal im Jahr auch eine professionelle Innenraumreinigung. Und zugegeben, das Auto kommt so sauber aus der Werkstatt, man könnte vom Boden essen. Um diesen Service- und Reinigungstermin soll es aber gar nicht gehen, sondern um den Termin eine Woche später.

"Die sind schuld"

"Eine Woche später", fragen Sie sich jetzt vielleicht. Oh Oh! Da schrillen die Alarmglocken vermutlich bei vielen. Erster Gedanke (und zugegeben auch meiner): "Irgendwas wurde verpfuscht". Einen Tag nach dem Service habe ich entdeckt, dass meine Scheibenwaschanlage nicht mehr funktioniert. Der Kausalzusammenhang mit dem Service ließ in mir relativ rasch die Vermutung wachsen: "Da hat jemand etwas verpfuscht. Die sind schuld und darum geht es nicht mehr." 

Nun fehlt mir das technische Wissen, was genau bei einem Service überprüft wird. Die Scheibenwaschanlage wird aber wohl nicht dabei sein. Und auch nichts ähnliches, was die Fehlfunktion hätte erklären können. Mein Hirn wollte das aber (noch) nicht so akzeptieren. Also zur Werkstatt gefahren, Schlüssel hingelegt und gesagt: "Ich war bei euch und seit dem geht es nicht mehr. Schaut euch das bitte an." Innerlich war der Satz kürzer: "Ihr seid schuld!"

Dieses Drecksvieh!

Tja, falsch gedacht. Denn ich hatte das Glück zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres Opfer eines Marders geworden zu sein. Ich bin ein tierliebender Mensch. Wirklich. Aber dieses Drecksvieh hat mir den Schlauch durchgebissen, der die Waschanlage mit Flüssigkeit versorgt.

Der Serviceleiter des Mehrmarken-Fachbetriebes kam mit einem Foto des durchgebissenen Schlauchs zu mir und sagte: "Schauens mal, Herr Kada. Da haben wir den Übeltäter!" 

In meinem Kopf spielte sich schon der Film ab:

  • nicht einfach zu reparieren
  • dauert jetzt sicher ewig
  • kostet einen Haufen Geld...
  • ... oder die Versicherung muss ran, weil 0 Euro Selbstbehalt bei Tierbissen

Kurzum aber war im Kopf: Nicht schon wieder und vor allem nicht jetzt, ich hab eigentlich dafür gerade keine Zeit und keinen Nerv.

Kundenservice 10/10

Doch siehe da. Gute 20 Minuten später kam besagter Serviceleiter, drückte mir den Schlüssel meines Autos in die Hand und sagte: "Alles erledigt, Sie können fahren" - keine Rechnung? Kein Papierkram?

Nein. Weder noch. Ich konnte schließlich wirklich einfach wieder nach Hause ins Homeoffice fahren. Und Sie mögen jetzt vielleicht meinen: "Ja bei einem Stammkunden ist das normal" – für mich war es das nicht. Ich war dort zum 2. Mal in der Werkstatt. Ich habe dort weder ein Auto gekauft, noch sonst etwas. Aber dem Serviceleiter war wichtig, dass ich schnell wieder mobil bin und das friktionsfrei. 

Für mich also eine klare 10 von 10 auf der Bewertungsskala und auch ein Argument dafür, dass ich meinem Umfeld diesen Betrieb weiterempfehlen werde.

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