Ein „sehr herausforderndes Jahr“ sei 2024 gewesen, wie Mag. Bianca Dvorak, Geschäftsführerin Bundesgremium des Fahrzeughandels, unterstrich. Es stünden auch in den kommenden Jahren Änderungen bevor: „Im Zweiradhandel stehen wir vor der großen Frage, ob es Agentursysteme geben wird und wie diese ausgestaltet werden“. Im Kfz-Bereich habe es bereits „unterschiedlich erfolgreiche Veränderungen“ gegeben. „Positiv ist vor allem zu vermerken, dass sich der Motorradbestand in Österreich in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat.“

Neuzulassungen bei Motorrädern 2024 gestiegen 

Insgesamt wurden 2024 47.147 motorisierte Zweiräder neu zugelassen, ein Plus von 3,2 Prozent, wie Komm.-Rat Ferdinand O. Fischer, Sprecher des Zweiradhandels in der WKO, sagte. Gleichzeitig präsentierte Fischer das Ergebnis einer Umfrage unter heimischen Zweiradhändlern. Demnach erklärten 55 Prozent, dass der Verkauf von Neufahrzeugen im Vergleich zu 2023 besser gewesen sei, 45 Prozent gaben an, dass die Verkaufszahl zurückgegangen sei. Nur 14 Prozent gaben an, dass 2024 auch die Erträge im Vergleich zum Vorjahr gestiegen seien. 

Hingegen hätten 74 Prozent erklärt, dass die Erträge im Gegensatz zum Umsatz nicht gestiegen seien. Ursachen dafür seien bei Neufahrzeugen entweder Margenkürzungen oder Nachlässe, aber auch gestiegene Gehalts- und Energiekosten, was kein gutes Zeichen sei. 

Das Büchl-Urteil und seine Folgen

Über das „Peugeot Urteil und die Auswirkungen auf die 2Rad Branche“ (Entscheidung des OGH in der Rechtssache Büchl GmbH gegen Peugeot Austria GmbH) referierte Rechtsanwalt Mag. Stefan Adametz. Das Urteil könne Auswirkungen auf das Tagesgeschäft bringen: Denn vermeidbare Diskriminierungen seien verboten (Benachteiligungsverbot), Zulassungs- und Qualitätskriterien müssten objektiv begründet sein, und Händler könnten auf das Urteil verweisen, um unfaire Praktiken anzuprangern. Demnach sei es aus Sicht von Adametz nach dem Büchl-Urteil für die Hersteller/-Importeure schwieriger geworden, einzelne Händler grundlos auszuschließen oder schlechter zu stellen als andere Händler. Diese Entscheidung verschaffe Händlern neue Möglichkeiten, sich gegen unfaire Praktiken zu wehren und ihr Geschäft auszubauen.

Spannende Einblicke bot als Schlusspunkt der Tagung Mag. Daniel Rossgatterer, CEO Secutec, in -seinem Vortrag zum Thema „Cybercrime“.