Die 77. Ausgabe des Indicata Market Watch von Autorola zeigt, dass der österreichische Automarkt stark von steuerlichen Rahmenbedingungen geprägt bleibt. Reine Elektroautos sind weiterhin von der Normverbrauchsabgabe befreit und genießen insbesondere bei Firmenwagen einen erheblichen Vorteil: Für die private Nutzung eines vom Arbeitgeber bereitgestellten batterieelektrischen Fahrzeugs fällt kein steuerpflichtiger Sachbezug an.
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Dennoch hat sich das Förderumfeld zuletzt verschärft. Neue Anträge für die nationale E-Mobilitätsförderung konnten nur noch bis 31. März 2026 eingereicht werden. Zudem unterliegen Elektroautos bereits seit April 2025 der motorbezogenen Versicherungssteuer. Damit bleiben BEV sowohl im Neuwagen- als auch im Flottenmarkt attraktiv, ihr wirtschaftlicher Vorsprung gegenüber anderen Antriebsarten fällt jedoch geringer aus als in der Vergangenheit. Die Technologie wird weiterhin steuerlich unterstützt, die früher besonders klare Kostenrechnung zugunsten des Elektroautos beginnt sich aber zunehmend zu relativieren.
Verbrenner dominieren weiterhin den GW-Markt
Die Elektrifizierung schreitet im österreichischen Neuwagenmarkt deutlich schneller voran als bei Gebrauchtfahrzeugen. Dieselmodelle erreichten zuletzt einen Verkaufsanteil von 32,19% und lagen damit knapp vor Benzinern mit 30,13%. Beide Antriebsarten haben seit 2024 Marktanteile verloren, kommen gemeinsam aber weiterhin auf mehr als 6 von 10 Gebrauchtwagentransaktionen.
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Deutlich zulegen konnten Mildhybride, die inzwischen knapp 15% der Verkäufe ausmachen. Der Anteil reiner Elektroautos stagniert hingegen bei rund 10%. Gleichzeitig entfielen im ersten Halbjahr 2026 bereits 65,5% der österreichischen Pkw-Neuzulassungen auf alternative Antriebe. Das entsprach einem Zuwachs von 27,1% gegenüber dem Vorjahr. Der Gebrauchtwagenmarkt wird in den kommenden Jahren daher deutlich mehr elektrifizierte Fahrzeuge aufnehmen müssen, ohne dass Verbrenner kurzfristig an Bedeutung verlieren.
E-Autos verkaufen sich erst nach starkem Preisverfall
Gebrauchte E-Fahrzeuge finden in Österreich durchaus Käufer, allerdings erst nach einer grundlegenden Korrektur der Preise. Die durchschnittliche Standzeit lag im Juli bei rund 88 Tagen und damit unter jener der meisten anderen Antriebsarten. Im Frühjahr war der Wert kurzfristig sogar auf 60 Tage gefallen, ehe sich der Markt wieder verlangsamte. Grundlage für die vergleichsweise gute Liquidität ist jedoch ein massiver Wertverlust.
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Der Preisindex für batterieelektrische Fahrzeuge sank auf nur noch 60,56% des Niveaus von 2020. Dieselmodelle lagen dagegen bei 107,39%, auch Benziner und Vollhybride notierten weiterhin leicht über dem Ausgangsniveau. Gleichzeitig sank der Anteil von BEV am Händlerbestand von mehr als 12% Ende 2025 auf 8,33% im Juli 2026. Das Problem liegt somit weniger in unverkäuflichen Fahrzeugen als in den Preisen, die für sie verlangt werden können.
Junge Fahrzeuge und Mildhybride bauen Bestände auf
Den größten Druck im österreichischen GW-Markt verursachen derzeit Mildhybride und junge Fahrzeuge. MHEV kommen auf 17,15% des Händlerbestands, erreichen aber nur 14,82% der Verkäufe. Ihre durchschnittliche Reichweite des Bestands liegt bei rund 112 Tagen und damit höher als bei den wichtigsten anderen Antriebsarten.
Ein Grund ist das Preisniveau: Mit einem Index von 100,18% werden Mildhybride weiterhin ähnlich hoch angeboten wie Benziner oder Diesel, obwohl die Nachfrage weniger ausgeprägt ist. Noch deutlicher zeigt sich das Missverhältnis beim Fahrzeugalter. Autos unter 2 Jahren stellen 57,82% des Bestands, aber nur 45,66% der Verkäufe. Fahrzeuge ab 5 Jahren erreichen hingegen 35,47% der Transaktionen bei lediglich 27,34% des Angebots. Der Markt leidet daher nicht grundsätzlich unter fehlender Nachfrage, sondern unter einem unpassenden Verhältnis von Preis, Alter und Produkt.
