Es ist vermutlich nicht leicht, Chef von 412.774 Mitarbeitern (-5.100 Im Vergleich zu 2024) weltweit zu sein: Doch Stefan Hartung, Vorsitzender Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, hat den Überblick nicht verloren. Auch wenn es nach wie vor „zu viele weltpolitische Fragezeichen und zu wenig Nachfrage auf einigen unserer Kernmärkte“ gebe, blicke man zuversichtlich in die Zukunft, meinte er am 16. April bei der Bilanz-Pressekonferenz am Forschungszentrum Renningen bei Stuttgart.
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Auf Rückfrage ging Hartung auch auf das Verbrennerverbot in der EU ab 2035 ein: Er appellierte an die EU, das zu ändern: „Wenn die EU bei der Regulierung bleibt, dass es dann nur noch BEV gibt, dann wird der Markt für Pkw voraussichtlich kleiner werden.“ Wieviel das sein werde, sei schwer zu sagen, da es verschiedene Meinungen der Hersteller gebe: „Warum? Weil in bestimmten Regionen für bestimmte Kunden ein BEV nicht möglich ist.“ Bosch erwartet „entweder vorgezogene Käufe oder der Verbrenner hält sehr lang. Das ist für die Industrie äußerst ungünstig.“
"Schmerzhafte Entscheidungen"
Zu Beginn der Pressekonferenz sagte Hartung, dass man im Vorjahr „einige sehr schmerzhafte und folgenreiche Entscheidungen treffen“ musste: Vor allem in Deutschland habe man mit den Arbeitnehmervertretern Vereinbarungen erzielt, um Mitarbeiter zu entlassen: „Diese Maßnahmen waren nicht einfach, aber zielführend. Wir haben sehr viel Geld in die Hand genommen, doch jedes weitere Zögern hätte viel mehr Geld gekostet.“
Der Gesamtumsatz von 91,0 Milliarden Euro sei 2025 um 0,7 Prozent über 2024 gelegen, so Finanzvorstand Markus Forschner. Das EBIT von 2 Prozent liege nicht nur unter dem Wert von 2024 (3,5 Prozent), „sondern auch unter unseren Erwartungen, aber im Bereich des Annehmbaren“, sagte Hartung.
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Vor dem Hintergrund der angespannten weltpolitischen Lage müsse Bosch seine Ertragskraft weiter verbessern. Erfreulich sei, dass Bosch im Bereich Mobility im Vorjahr Aufträge in Rekordhöhe bekommen habe, vor allem bei ADAS und Elektrifizierung. „Doch die weltweiten Preise orientieren sich zunehmend an einem Standard, und das ist der chinesische.“ Wichtig sei bei Bosch die Kombination aus globalem Denken und lokalem Handeln: „Wir können unser Angebot und die Lieferketten an regionale Erfordernisse anpassen: Hier sind wir klar im Vorteil.“
Krisen hemmen das Wachstum
Auch 2026 werde durch erhebliche Unsicherheiten geprägt sein, hieß es bei der Pressekonferenz: „Noch nicht abschätzbar sind die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf die Energie- und Rohstofflieferungen.“ In Asien/Pazifik, einem der wichtigsten Wachstumsmärkte, erwartet Bosch strukturelle Herausforderungen in China aufgrund der Bevölkerungsentwicklung. In Europa werde das Wachstum verhalten bleiben, weil Reformen nur zögerlich umgesetzt werden, insbesondere in Deutschland.
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Finanzvorstand Forschner: „Doch die hohen Rückstellungen des Vorjahres werden uns nicht mehr so belasten, auch die Restrukturierung wird sich auswirken.“ Es werde aber sicher länger dauern, die angepeilte Rendite von 7 Prozent zu erreichen, als man ursprünglich gedacht habe.
