Dass es die KI-Assistentin „LISA“ überhaupt gibt, hat mehr mit einer Verkettung verschiedenster Zufälle zu tun als einem konkreten Plan. Aber aus dem Faktor Zufall sind weltweit auch schon andere Errungenschaften entstanden. Und so war auch der Zufall die Mutter des durchaus schon beachtlichen Erfolgs der Vienna AI Company, der Firma hinter „LISA“.

Vladislav Smolyanoy beschreibt die Geburt des Unternehmens und des KI-Tools so: „Ein gemeinsamer Freund von Bundesinnungsmeister Roman Keglovits-Ackerer und mir hat uns zusammengebracht. Ich war mit einer IT-Entwicklungsagentur selbstständig und hatte noch wenig mit der Kfz-Branche zu tun, aber Keglovits-Ackerer wollte ein Update für seine Autohaus-Website haben. Und so hat die Zusammenarbeit begonnen.“

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Zunächst sollte es sich nur um ein kleines Update handeln, doch aus ein paar Funktionen wurden ein paar mehr Funktionen und KI sollte plötzlich auch eine gewichtige Rolle spielen. Das ganze Projekt nahm immer größere Ausmaße an und parallel kam, wieder durch puren Zufall, Unternehmensberater Michael Holub ins Spiel. „Mir war für den Obereder-Unternehmertag ein KI-Experte als Speaker ausgefallen. Und ich habe Roman Keglovits-­Ackerer gefragt, ob er jemanden kennt. Und so hab ich Smolyanoy kennengelernt“, erzählt Holub. Eines führte zum anderen und was als kleines Website-Update begonnen hatte, gipfelte in der Geburts­stunde von „LISA“.

Wie ein Oktopus

„LISA“, und das betonen alle Beteiligten an dem Projekt, ist mehr als nur ein KI-Agent. „Es ist ein übergeordnetes System, welches auf alle Bereiche der digitalen Infrastruktur eines Autohauses zugreifen und damit arbeiten kann“, erklärt Holub. Im Grunde kann man es sich wie einen Oktopus vorstellen, der seine Arme in die verschiedenen Bereiche und Prozesse des Autohauses ausstreckt und dort eine Verknüpfung herstellt. „Dabei ist es aber wichtig zu betonen, dass das Thema Sicherheit ein Hauptfokus ist. Die Daten, die in einem Autohaus generiert und zur Verfügung gestellt werden, bleiben nur für das Autohaus zugänglich, werden in der EU gespeichert und landen nicht auf irgendwelchen Servern in Übersee“, so Smolyanoy.

Hinzu kommt, dass das sogenannte „Human-in-the-loop“-Prinzip, also, dass ein Mensch noch immer die Letztentscheidung hat, auch bei „LISA“ implementiert ist. Zumindest, vorerst, wie der Geschäftsführer skizziert, wie weit es gehen kann: „Wenn man mit LISA eine Aufgabe sehr oft macht und es funktioniert immer und ist entsprechend den Vorstellungen, dann kann man LISA natürlich auch eine gewisse Entscheidungskraft übertragen und sie wird das künftig ohne menschliche Kontrolle automatisiert durchführen.“

Ebenfalls ein Teil des Systems von „LISA“ ist es, die verschiedenen Gespräche im Autohaus, mit vorheriger Einwilligung durch Kunden, Mitarbeiter etc., mitzuhören. Dadurch kann der KI-­Assistent seine vollen Möglichkeiten entfalten. „Denn LISA lernt von diesen Gesprächen und kann beim nächsten Kundengespräch zum ­Beispiel unterstützend zur Seite stehen. Oder aber daraus bestimmte Aufgaben mitnehmen, die zu erledigen sind.“

Das richtige Mindset

Wenn sich ein Autohaus heute für den KI-Assistenten interessiert, dann muss man sich aktuell dafür bewerben bzw. eine Demo anfordern. Danach ist „LISA“ innerhalb von zwei bis vier Monaten im eigenen Betrieb einsatzbereit. VAIC arbeitet dafür mit erfahrenen Transformations- und Implementierungspartnern zusammen, die die Betriebe bei Einführung, Schulung und laufender Nutzung unterstützen. „Und mit der Zeit wird LISA besser: Je länger sie im Einsatz ist und je mehr Daten sie hat, desto besser versteht sie den Alltag im Autohaus und kann die wiederkehrenden Aufgaben noch besser abarbeiten“, so Smolyanoy.

Was alle Verantwortlichen betonen, ist, dass es für diesen Schritt nicht nur das richtige Mindset unter den Mitarbeitern und der Führungsetage braucht, sondern auch, dass man „mit LISA niemandem den Job wegnehmen will“. Im Gegenteil, meint Holub: „Man muss dieses Tool wie seine persönliche Assistentin sehen, die einem die Aufgaben abnimmt, die viel Zeit kosten. LISA übernimmt die zeitintensiven Routinearbeiten, die sie von der eigentlichen Kundenbetreuung abhalten. So bleibt mehr Zeit für Beratung, Servicequalität und persönliche Beziehungen zum Kunden.“

Auch Keglovits-Ackerer war von dem Tool von Anfang an überzeugt und hat es selbst bereits im Einsatz: „Das braucht die Branche und ich sehe es bei mir im Betrieb, wie hilfreich LISA sein kann, wenn man sie arbeiten lässt.“