Der Wechsel im Bundesgremium des Fahrzeughandels, der zum Jahreswechsel 2016/17 vollzogen wurde, hätte größer kaum sein können: Mit Prof. Komm.-Rat Burkhard Ernst ging jemand, der nicht ungern im Scheinwerferlicht stand und auch durchaus bestimmt, vielleicht sogar laut werden konnte, wenn es um die Sache ging.
Die „Sache“ ist Österreichs Kfz-Handel: Und der Nachfolger von Burkhard Ernst war ebenfalls sehr versiert darin, führte er jedoch den elterlichen Betrieb in Graz erfolgreich und hatte als steirischer Landesgremialobmann auch das politische Handwerk gelernt, nicht nur in der Kammer.
Doch in seiner Art war Edelsbrunner schon damals ein Ruhiger: Ein Besonnener, der jedes Wort auf die Waagschale legte – das, was man umgangssprachlich als „Sir“ bezeichnet. Immer erreichbar, stets mit druckreifen Antworten für die Medien. Und er steuerte das Bundesgremium mehr als 9 ½ Jahre lang durch die bewegtesten Zeiten, die sie je erlebt hat: Stillstand durch Corona, Chipmangel und Lieferprobleme hätten wir fast schon vergessen, wenn nicht plötzlich die Finanzbehörden Rückforderungen stellen würden. Auch hier war Edelsbrunner im Herbst 2025 einer der ersten, die darauf aufmerksam machten.
Das Büchl-Urteil fiel in die Amtszeit Edelsbrunners – und er war gemeinsam mit VÖK-Obmann Bernhard Kalcher einer Derjenigen, die den Prozess überhaupt erst wagten und finanziell unterstützten: mit allem Risiko, mit dem das Gerichtsverfahren gegen Peugeot anfangs behaftet war.
Auch an allen anderen Verhandlungen mit der Politik war Edelsbrunner beteiligt: Einfach war das angesichts der unterschiedlichen Farben der Gesprächspartner (etwa bei Leonore Gewessler von den Grünen) sicher nicht immer.
Edelsbrunner erreichte vermutlich das Maximum dessen, was zu schaffen war – etwa auch als es darum ging, die seinerzeit überfallsartig eingeführte NoVA auf leichte Nutzfahrzeuge wieder abzuschaffen. Auch da gab es bis zuletzt Gerangel um einzelne Formulierungen, vor allem bei den Pick-ups.
Doch wir sind halt in Österreich, und da muss man manchmal auch einsehen, dass nicht alle Wünsche erfüllbar sind (vor allem wenn der Staat dringend Geld braucht).
Jetzt, wo sich Edelsbrunner aus der Kammer zurückzieht, kann man sagen: Sie werden uns fehlen! Eigentlich haben wir Sie schon in den vergangenen Wochen vermisst!
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