Bidirektionales Laden soll Elektroautos künftig stärker in das Energiesystem einbinden. Die V2G Alliance Austria sieht Vehicle-to-Grid dabei als wichtigen Baustein für Netzstabilität, eine bessere Nutzung erneuerbarer Energien und neue Geschäftsmodelle. Voraussetzung dafür sei, dass E-Autos, Ladeinfrastruktur, Energiemanagementsysteme und Aggregatoren in einem offenen, standardisierten System zusammenspielen. Proprietäre Einzellösungen würden den Markthochlauf dagegen bremsen.

Positionspapier vorgestellt

In einem aktuell vorgelegten Positionspapier stellt die V2G Alliance Austria klar, dass V2G in Österreich nur dann erfolgreich werden könne, wenn Technik, Wirtschaft, Recht sowie Gesellschaft und Akzeptanz gemeinsam gedacht werden. Neben offenen Schnittstellen und einheitlichen Standards brauche es wirtschaftliche Anreize, praxistaugliche rechtliche Rahmenbedingungen und verständliche Informationen für Kundinnen und Kunden. Gerade Autohandel, Elektriker, Flottenbetreiber und Energieberater würden dabei eine wichtige Rolle spielen.

A&W-Medienpartnerschaft mit V2G Alliance

Im technischen Bereich steht die Interoperabilität im Mittelpunkt. Gefordert werden offene Kommunikationsstandards wie ISO 15118-20, standardisierte Schnittstellen zur Ladeinfrastruktur, klare Mindeststandards und hohe Anforderungen an die Cybersicherheit. Nur so könne sichergestellt werden, dass Fahrzeuge, Ladepunkte und Energiesysteme herstellerübergreifend miteinander kommunizieren können.

Wirtschaft und Recht

Im wirtschaftlichen Bereich geht es vor allem um klare Vorteile für Kundinnen, Kunden und Betreiber. Zusätzliche Steuern, Abgaben oder doppelte Netzentgelte müssten vermieden werden. Gleichzeitig brauche es Anreize für netz- und systemfreundliches Verhalten, variable Netzentgelte, offene Plattformen und Aggregatorenmodelle sowie transparente Garantiebedingungen für Batterie und Leistungselektronik.

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Rechtlich sieht die Allianz das ElWG als wichtige Grundlage, fordert aber praxistaugliche Detailregelungen. Aggregatoren, Messung, Abrechnung, Herkunftsnachweise, Energiegemeinschaften und neue Konzepte wie Schwarmspeicher müssten klar geregelt werden. Offene Fragen gibt es unter anderem bei Leasingfahrzeugen und beim Sachbezug.

Aufklärung und Akzeptanz

Der vierte Bereich betrifft Aufklärung und Akzeptanz. V2G müsse bereits beim Kauf eines Elektroautos erklärt werden. Schulungen für Handel, Elektriker, Flottenbetreiber und Energieberater sowie verständliche Praxisbeispiele sollen Vertrauen schaffen und Bedenken zur Akku-Alterung abbauen.

Das jüngste Plattformtreffen der V2G Alliance

Die V2G Alliance Austria fordert daher stabile Rahmenbedingungen und eine frühzeitige politische Weichenstellung. Österreichische Unternehmen könnten in diesem Zukunftsfeld eine tragende Rolle einnehmen, wenn der Markt nicht durch Unsicherheit, Doppelbelastungen oder fehlende Standards blockiert werde. Bidirektionales Laden soll damit aus der Pilotphase in die breite Anwendung kommen.