Deren Hersteller sammeln laut Mozilla große Mengen persönlicher Daten, z. B. über die sexuelle Aktivität, Einwanderungsstatus, Ethnie, Gesichtsausdruck, Gewicht, Gesundheit oder Genetik der Nutzer sowie welche Orte diese anfahren. Die Forschenden hätten herausgefunden, dass Daten über Sensoren, Mikrofone, Kameras und über die Handys und Geräte, die Fahrerinnen und Fahrer mit ihren Autos koppelten, sowie über Auto-Apps, Unternehmenswebsites, Händler und Telematiksysteme erfasst würden. Die Autobauer könnten diese Daten dann an Dritte weitergeben oder verkaufen. Zudem könnten sie die Daten nutzen, um Rückschlüsse auf die Intelligenz, Fähigkeiten, Eigenschaften, Präferenzen und weitere persönliche Merkmale ihrer Fahrer zu ziehen.
Eine weitere Premiere für das Forschungsteam hinter dem Shopping-Ratgeber „Datenschutz nicht inbegriffen“ (DNI) sei, dass keine einzige der Marken im Test die Mindestsicherheitsstandards von Mozilla erfüllt habe. Die Forschenden hätten auch keine Bestätigung dafür finden können, dass auch nur eine der Marken alle persönlichen Daten verschlüssle, die in den Fahrzeugen gespeichert würden.
Für viele Menschen ist ihr Auto ein privater Raum – ein Ort, an dem sie ihren Arzt anrufen, auf dem Weg zur Schule ein persönliches Gespräch mit ihrem Kind führten, sich vor Liebeskummer die Augen ausweinten oder an Orte fahren könnten, von denen die Welt nichts wissen solle. Doch diese Vorstellung entspreche nicht länger der Realität: Punkto Schutz der Privatsphäre seien alle neuen Autos wahre „Albträume auf Rädern, die riesige Mengen an persönlichen Daten sammeln“, wie Jen Caltrider, Programmdirektorin bei DNI, meint.
Der gläsernere Autofahrer ist also schon längst Realität. Angesichts permanenter digitaler Datenerfassung brauchen sich Automobilhersteller nicht zu wundern, wenn viele Kunden auf Zusatzdienste – die auch von großem Nutzen sein können – lieber verzichten, als sich permanent digital beobachten und ausspionieren zu lassen. Es bräuchte also punkto Datentransparenz, Datenhoheit und -sicherheit EU-weit klare gesetzliche Vorgaben.
Auch den Kfz-Betrieben wäre damit geholfen: Denn wenn es Probleme oder Ärger gibt, kontaktiert der unzufriedene Kunde in der Regel wohl fast immer zuerst den vor Ort präsenten Vertreter des Herstellers: ihren Händler, Agenten oder Servicepartner des Vertrauens.
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