Die Automesse ist gelesen, die Stände in Riem sowie an den Plätzen der IAA Open Space in der Münchner Innenstadt abmontiert. Bei bestem Wetter haben gerade diese Stände viele Besucher angezogen, VDA-Präsidentin Hildegard Müller nannte die Zahl von 500.000 Besuchern insgesamt, allein 100.000 am Messe-Samstag.

Latente Befürchtungen, dass dem Auto durch den Fokus auf Mobilität - immerhin steht die "Mobility" jetzt schon in der offiziellen Bezeichnung - der Rang etwas abgelaufen wird, haben sich nicht bestätigt. Denn es waren zweifellos in erster Linie die Autos, welche die Menschen anzogen.

Alles andere blieb Einsprengsel: Hier lockte Ladeanbieter EnBW in der City mit einem beeindruckenden Holzbau sowie mit Nico Rosberg, dort wurden Fahrräder zu Testfahrten angeboten, Mobilitätsangebote wie ein Hyperloop-Projekt der TU München stießen ebenso auf reges Interesse wie der ausgesprochen selbstbewusst dimensionierte Stand des chinesischen Batterieherstellers CATL, der seit kurzem in Thüringen Zellen produziert.

Also Autos, aber nicht mehr in der Dominanz von einst die deutschen Autos: Ein Publikumsmagnet war das zweifach ausgestellte runderneuerte Model 3 von Tesla, für die breite Brust der chinesischen Hersteller kann Avatr sprechen: Die Marke aus dem Changan-Konzern, die ein Design-Center in München betreibt, hatten am Königsplatz in der Gesellschaft von Tesla, Rimac, Xpeng, Lucid und Ford zweistöckig gebaut. Dass das Auto, ein Premium-Gran-Coupé namens Avatr 12, erst 2024 nach Europa kommt, trübte die Stimmung nicht. Lucid und Fisker, die in München Shops unweit der Messe-Locations betreiben, nutzten die autoaffine Stimmung für ihr Marketing und Medienarbeit.

Alte Herrscher
Man muss wohl einen Zufall darin sehen, dass sich die gut gemachten Innenstadtpräsenzen so mancher deutscher Platzhirschen um die Statuen der alten bayerischen Monarchen in der Münchner City scharten. Porsche und Audi gesellten sich zum Kurfürsten Maximilian bzw. dessen Reiterstandbild, VW hatte um die Statue von König Ludwig I. herum gebaut (dessen Kutsche übrigens per Gesetz nicht überholt werden durfte).

Die Bilanz von VDA und der Messe München fiel durchwegs positiv aus: 92 Prozent der befragten Besucher einer Umfrage hätten sich mit der Veranstaltung zufrieden gezeigt, auch der Altersschnitt des Publikums – 64 Prozent der registrierten Besucher waren unter 40 Jahre alt –  macht Hoffnung. Die bei perfektem Wetter erfolgreiche Innenstadt-Messe hat wohl mitgeholfen, Unkenrufe vom "Ende der IAA" vorerst ein wenig abzuschwächen.

Mehr Berichte und Details rund um die IAA Mobility 2023 finden Sie in der AUTO-INFORMATION, Ausgaben 2686 und 2687!