„Es gibt in Wien Werkstätten, in denen die Wartefrist für §57a-Überpüfungen derzeit bis zu einem Monat betragen kann“, so Ing. Georg Ringseis, LIM der Wiener Fahrzeugtechnik beim Höhepunkt der Urlaubszeit. Denn aufgrund der Sommermonate und aufgrund des Facharbeitermangels „steht einfach zu wenig qualifiziertes Personal mit Berechtigung für Pickerl-Überprüfungen zur Verfügung.“

 „In Wien fehlen derzeit geschätzte 1.000 Kfz-Techniker, dazu zählen auch Lehrlinge“, so Ringseis. Dabei zählt der Beruf des Kfz-Technikers grundsätzlich zu den gefragtesten, nur sind die Vorstellungen laut Ringseis oft andere als der Alltagsbetrieb. „Dabei gehen uns leider auch immer wieder künftige Fachkräfte verloren.“

 Den Fachkräftemangel spürt man selbstredend auch in anderen Bundesländern, zu Engpässen etwa bei Pickerl, ist es dort noch nicht gekommen. „Wir merken aufgrund der Krisen und des Rückgangs beim Handel schon eine erhöhte Werkstattauslastung, derzeit sind wir aber bei Wartezeiten von maximal einer Woche“, berichtet Mst. Thomas Marichhofer, Landesinnungsmeister Fahrzeugtechnik in der Steiermark. Dem Lehrlingsmangel versucht man dort etwa mit TikTok- und Instagram-Videos zur Bewerbung des Berufsbildes der Kfz-Techniker und der Karosseriebautechniker entgegen zu wirken.

 Die generelle Auslastung in den Betrieben ist auch in Niederösterreich nach wie vor sehr gut, weil die Kunden mehr reparieren lassen, durch die Urlaubszeit ist es derzeit etwas lockerer. Dabei stellt sich nach einer kurzen Rückfrage in den Mitglieds-Betrieben eine unterschiedliche Auslastung in den verschiedenen Regionen dar“, so Scheibelhofer. So sind etwa die Wartezeiten im Wiener Speckgürtel etwas kritischer als im restlichen Bundesland.

 „Den Fachkräfte-Mangel beklagen natürlich auch die niederösterreichischen Betriebe“, berichtet MMst. Karl Scheibelhofer, Landesinnungsmeister Fahrzeugtechnik Niederösterreich. Es würden Techniker und Kundendienstberater gesucht. Scheibelhofer appelliert an die Betriebe, selbst auszubilden. „Jene Betriebe, die ausbilden, haben kaum Schwierigkeiten mit dem Fachkräftemangel.“ Die Voraussetzung ist natürlich, dass man entsprechenden Nachwuchs auch bekommt. „Das ist am Land mit entsprechendem Elternhaus sicher einfacher“, räumt Scheibelhofer ein.