„Die Produktion läuft sehr smooth“, gibt Fisker im Center+ in der Simmeringer Hauptstraße zu Protokoll, und er betont, dass es bei der Firmengründung nicht darum gegangen sei, „aus Ego-Gründen eine eigene Produktion“ hochzuziehen. Derzeit liefen in Graz etwa 80 Stück des Ocean pro Tag vom Band, ehe der Hersteller im August in eine zweiwöchige Sommerpause geht.

Das Fahrzeug selbst überzeugt die angereisten Tester, darunter auch bekannte E-Mobility-Youtuber, mit solider Verarbeitung und vielen interessanten Details, Naserümpfen löst die Materialwahl an mancher Stelle aus (Hier unser Kurztest auf Motorline.cc).

Fokus auf Nachhaltigkeit
Rezykliertes und einfach rezyklierbares Plastik statt gebürstetem Alu, vermuten manche eine Konzession an die angestrebte maximale Nachhaltigkeit. In der Tat rechnet der Hersteller bei der Präsentation vor, nicht nur den günstigsten und reichweitenstärksten E-SUV auf dem Markt vorgelegt zu haben (das Basismodell mit LFP-Batterie ist zwar unter 40.000 Euro ausgepreist, aber derzeit vergriffen), sondern auch den mit dem kleinsten CO2-Footprint. Über 50 Kilogramm rezyklierte und auf Pflanzenmaterial basierende Materialien seien pro Auto verbaut, die Recycling-Fähigkeit des Fahrzeugs selbst werde durch die Materialauswahl und den Verzicht auf Beschichtungen erhöht.

Dies weist Fisker in einer umfassenden Lifecycle-Studie nach, die dem Wagen sozusagen beiliegt. Der Hersteller bekennt sich zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (UNSDG) und betont die kurzen Lieferwege für viele der verwendeten Materialien. Die Batterien – angeboten wird ein NMC-Energiespeicher mit 113 kWh und ein LFP-Akku mit 75 kWh, beide von CATL – reisen derzeit (noch) aus China ans Band nach Graz. Wie ESG-Director Patrick Newsom zugibt, ist die Überwachung der Lieferketten trotz hoher Standards nicht immer ganz einfach.

Nicht nur mit lokalem und intelligentem Sourcing, sondern auch mit technischen Lösungen will man der Klimakrise zu Leibe rücken. So soll das in den höheren Ausstattungslinien serienmäßige Solardach des Ocean Strom für ca. 2.4000 Kilometer pro Jahr liefern können, und das Auto ist für die Verwendung als Stromspeicher in den Anwendungsfällen „vehicle to load“ (per Schuko-Stecker im Kofferraum bis zu 3 kW Leistung), „vehicle to home“ und „vehicle to vehicle“ ausgelegt.

Direktvertrieb und Service bei Lagermax
In der Life Cycle Analyse errechnet Fisker für den Ocean in der Basis-Ausstattung Sport eine Belastung von 29,5 Mio. t CO2-Äquivalente, für den Extrem 35,2 Mio. t. Damit liegen beide Modelle unter Vergleichsmodellen aus Geely-Produktion. Wie betont wird, erhöht der Fokus auf Nachhaltigkeit auch die Investor-Ratings.

Wenig zu holen wird es für den Autohandel bzw. Service-Anbieter bei Fisker geben. Der Vertrieb erfolgt online, Auslieferung und Service erfolgen in Österreich derzeit über das Center+ in Wien, Fisker ist dort am Benda-Standort eingemietet. Zusätzlich ist dort ein „Lounge“ genannter Schauraum in der Innenstadt geplant, eine Location allerdings noch nicht gefunden. Als Servicepartner für Österreich fungiert Lagermax. Während die Start-Edition "One" bereits vergriffen ist, sei die Variante Extreme mit 707 km Reichweite nach WLTP derzeit noch bestellbar und in 3 bis 4 Monaten lieferbar, so Fisker.