Betroffen wären so gut wie alle Dieselfahrzeuge, die zwischen 2010 und 2018 in Österreich erstmals neu zugelassen worden sind, rechnen die Studienautoren Mag. Lydia Ninz und RA Dr. Alexander Holzleitner vor. Der Grund sind unzulässige "Thermofenster", also temperaturabhängige Abschalteinrichtungen, aber auch andere Arten von Abschalteinrichtungen, etwa solche, welche die Abgasreinigung beim Betrieb über 1.000 Höhenmeter außer Betrieb nehmen.

Sinnlose Software-Updates
Heftige Kritik hagelt es auch an den verpflichtenden Software-Updates, welche völlig "sinnlos" und auch rechtswidrig seien. AK-Experte Franz Greil: „356.000 der 383.000 VW-Käufer:innen, die ihre Fahrzeuge brav zum Software-Update gebracht haben, wären dann rechtlich in genau derselben Situation wie jene, die das Update verweigert haben.“

Greil fordert Umwelt- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler auf, nicht länger die Augen zu verschließen, das unsinnige Software-Update zu stoppen und bei der EU-Kommission ein Überprüfungsverfahren einzuleiten.

Gefordert werden weiters technische Nachrüstungen von SCR-Kats, wo diese möglich seien; wo nicht, müssten Hersteller Ersatz leisten, wenn Zulassungen zurückgezogen werden.

Überhaupt seien die Hersteller zur Verantwortung zu ziehen, fordern die Studienautoren. "Der größte Umweltskandal der jüngeren Geschichte Österreichs darf nicht ohne strafrechtliche Folgen bleiben. Wenn jedem Autotuner – zu Recht – empfindliche Strafen drohen, muss dies erst recht für Autokonzerne gelten. Die Behörden müssen hier unbedingt einschreiten."