Knapp eine Woche nach der AutoZum – wo die Neuerungen der Branche nur bedingt von den Kfz-Betrieben begutachtet worden sind – ist in der Wiener Hofburg die FLEET Convention unseres Schwestermagazins FLOTTE über die Bühne gegangen und hat dort alle Rekorde gebrochen.
Das ist nicht nur für den Veranstalter A&W Verlag und die erfolgreiche Arbeit der FLOTTE sehr erfreulich, sondern es zeigt auch ganz klar, wo die Reise im Auto-Business hingeht: nämlich zu Fuhrparks, Flotten und Abos, mitsamt dem wachsenden Ökosystem rundherum. Hier gibt es zahlreiche bestehende und neue Anbieter, die am wachsenden Kuchen ordentlich mitnaschen und auch nicht zögern, in bestehende Geschäftsmodelle einzugreifen.
Um das zu präzisieren: Es ist sehr erfreulich, dass hier eine Branche boomt, die Zahlen wachsen und entsprechend gute Stimmung herrscht. Aus Sicht der Kfz-Betriebe muss aber darauf geachtet werden, ob man hier auch noch ausreichend mitspielen darf.
Dabei reden wir über den hohen Anteil an Firmenfahrzeugen, aber ebenso von privat finanzierten Fahrzeugen sowie über den wachsenden Anteil an Abo-Fahrzeugen, die von Privatkunden genutzt werden. Ein Großteil der Erstbesitzfahrzeuge wird also zukünftig in der Hand von Großauftraggebern sein, wo der Fahrer nur bedingt entscheidet, wo und wie das Fahrzeug serviciert und repariert wird. Denn das Routing der Autos passiert ja (noch) nicht bei den Versicherungen, sondern bei den Leasingfirmen und Fuhrparks.
Egal ob Reifenwechsel, Scheiben-Reparatur bzw. -Tausch oder Karosserieschäden: Die „Großauftrageber“ suchen Netzwerke, mit denen sie – mit entsprechender Qualität, definierter Abrechnung sowie diversen Dienstleistungen – ihre Tätigkeiten beauftragen. Ist man zukünftig hier nicht dabei, wird es schwierig.
Ebenso schwierig wird es beim Vertrieb: Bislang war es in Österreich üblich, dass Leasingfahrzeuge beim Händler gekauft und von Banken- und Leasingfirmen finanziert wurden. Spätestens mit Einführung der Agenturverträge beziehen Leasingfirmen und Abo-Anbieter noch einfacher direkt beim Hersteller, der Handel kann nun noch leichter ausgeschaltet werden.
Bleibt noch, einen weiteren entscheidenden Trend zu erwähnen: Die Elektromobilität! Viele große Fuhrparks stellen mehr und mehr auf rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge um. Die deutsche Telekom hat das bereits getan, SAP will ab 2035 seinen Mitarbeitern nur mehr E-Dienstfahrzeuge erlauben. Tendenz stark steigend.
Wie auf diese Entwicklungen reagieren? Vielleicht so:
Kundenbindung und Kundenloyalität in möglichst hohem Ausmaß schaffen! Der Kunde muss darauf bestehen, zu SEINEM Kfz-Betrieb zu kommen.
Netzwerke und Partnerschaften nutzen und kompetenter Ansprechpartner und nicht zuletzt Berater in allen Themen rund um die Elektromobilität werden!
Und: Am 4. Juni 2024 die nächste FLEET Convention besuchen, um die Anforderungen der Flotten besser zu verstehen!
Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.
