Der Jubel der E-Aficionados könnte jedoch schnell in Katerstimmung umschlagen, wenn man die Zeichen an der Wand kritisch liest: Die hohe Inflation dämpft bei Homo Normalverbraucher ganz generell die Lust, etwas Neues zu riskieren. Die Energiekosten im Speziellen weichen ein gewichtiges Argument für das E-Auto auf, das in puncto Kosten nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Fahrbetrieb – sprich: an der (Schnell-)Ladesäule – derzeit hinter den Verbrenner zurückfällt. Dazu kommt die manifeste Zurückhaltung der Konsumenten am BEV-Gebrauchtmarkt, die daher rührt, dass kaum jemand für fünf Jahre alte E-Auto-Technologie samt bedeutender Nachteile in der Nutzung – Stichwort Reichweite – die abgefragten Preise zu bezahlen gewillt ist.
Das klingt nicht nur für Lithium-Ionen-Prediger wie mich nach schlechten Nachrichten, sondern auch für den Handel, der ja als Agent von Gesetzgeber und Hersteller die Stromer in Verkehr bringen soll. Dabei kennen alle die Stränge, an denen es zu ziehen gilt: Endlich Preisparität bei den Neuwagen, Ladeinfrastruktur nicht zuletzt auch im Mehrparteienwohnbau, …
Und es braucht Klarheit: Es ist höchste Zeit, die Ressourcen auf die vielversprechendste Antriebstechnologie zu bündeln, anstatt von allen zu erwarten, zwei-, drei-, viergleisig weiterzufahren, damit nur ja keiner Angst vor dem Wandel zu haben braucht.
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