Eines steht zweifelsfrei fest: Gerade die Europäische Union hat sich hohen Klimazielen unterworfen – davon zeugt nicht nur das Verkaufs-Aus von Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035, sondern auch die Mission, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu entwickeln. Dazu braucht es allerdings Transformation auf vielen Ebenen, und die kostet. Experten rechnen mit notwendigen Investitionen von 350 Milliarden Euro pro Jahr, um die Energiewende in Europa auf Schiene zu bringen. Gleichzeitig drehen die politisch Verantwortlichen auch rechtlich an vielen Stellschrauben, das heißt sie verpflichten Unternehmen konsequent zur Nachhaltigkeit. Da treten dann Regularien mit sperrigen Kürzeln wie CSRD (Corporate Sustainability Reporting Device) oder CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) auf den Plan – erstere verbunden mit umfangreichen Berichtspflichten und zweitere mit Fokus auf nachhaltige Lieferketten.
Der Berichtspflicht sind zwar aktuell in Österreich erst rund 130 Unternehmen (einer gewissen Größe) unterworfen, das wird sich aber rasch ändern. In naher Zukunft werden auch die Nachhaltigkeitsmaßnahmen kleinerer und kleinster Unternehmenseinheiten kritisch beäugt werden. Zieht man hier als Firmeninhaber nicht mit, wird man relativ rasch ins Aus gedrängt, denn: Auftrag- und Geldgeber sowie Lieferanten stehen ebenfalls mit ihrer ökologischen Ausrichtung im Schaufenster und können gar nicht anders als die nachfolgenden Ebenen bei der Nichteinhaltung von Umweltkriterien zu „bestrafen“, etwa mit höheren Preisen oder höheren Zinssätzen.
Ein kleiner Betrieb kann die notwendige Transformation meist nicht allein stemmen – im KMU-Segment brauche es dazu Koalitionen mit anderen Branchenteilnehmern, raten Experten. Know-how von außen ist ebenso unerlässlich: Lieferanten aus vielen Bereichen bieten bereits Unterstützung an, diese muss aber auch angenommen werden. Und schließlich braucht es ein geändertes Mindset: Nachhaltigkeit ist gekommen, um zu bleiben!
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