Seit Monaten denken Politiker – allen voran Verkehrsminister Jörg Leichtfried – laut über eine generelle Prämie für den Ankauf von E-Fahrzeugen nach. Davon würden vor allem private Käufer, für die es bisher keine bundesweiten E-Auto-Subventionen gibt, profitieren.
Der ÖAMTC hält nichts von derartigen Überlegungen und teilt dies per Aussendung in ungewöhnlich scharfen Worten mit: „Rein batteriebetriebene E-Fahrzeuge bieten noch keinen vollwertigen Ersatz für Autos mit Verbrennungsmotor. Wie man am Beispiel Norwegen sieht, ersetzen privat angekaufte Elektrofahrzeuge lediglich Zweit- oder Drittautos", sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Ankaufsförderungen würden nur „Mitnahmeeffekte" bei Kunden, die ohnehin zum E-Autokauf bereit sind, bewirken: „Von Kaufprämien für Batterie-Elektroautos würden derzeit lediglich die Autoindustrie und fotoverliebte Politiker profitieren. Dem Klima hilft man damit nicht."
Der VCÖ weiß diese Vorlage zu verwerten und lehnt unter Bezugnahme auf den ÖAMTC Ankaufsprämien vehement ab. Stattdessen fordert er gleich ein Komplettverbot von neuen Benzin- und Dieselfahrzeugen ab dem Jahr 2030.
Für Günther Kerle, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises der Automobilimporteure, ist Norwegen mit seinen E-Autoförderungen dagegen ein „Vorzeigeland und Positivbeispiel“. Es gehe nicht um „einzelne Befindlichkeiten" von „manchen Interessengruppen", sondern um die politisch gewollte Umweltfortschritte. „Die ambitionierten Klimaziele sind ohne E-Mobilität nicht erreichbar“, so Kerle. Er zeigt sich „überzeugt, dass der E-Mobilität in Zukunft eine enorme Bedeutung zukommt“. Dem trage die Autoindustrie mit ihren Investitionen in neue Fahrzeuge Rechnung. „Zusätzlich dazu sind wir bereit, über eine Beteiligung bei der Ankaufsförderung zu sprechen", erklärt Kerle. „Eine neue Technologie muss den Menschen Schritt für Schritt nähergebracht werden und geht nicht von heute auf morgen. Eine Ankaufsförderung könnte aber den nächsten starken Impuls setzen.“
Unterm Strich steht, dass ÖAMTC und Autobranche durchaus geteilter Meinung sein können. Wenn dies aber in der Öffentlichkeit breitgetreten wird, freuen sich vor allem VCÖ und Co – also jene notorischen Autofeinde, für die nur ein abgemeldetes Auto ein gutes Auto ist, egal, ob mit Verbrennungsmotor oder E-Antrieb. •
