„Damit Währing nicht zum reinen Wohnbezirk verkommt und ein belebter Bezirk mit genügend Arbeitsplätzen, Geschäften und städtischer Infrastruktur bleibt, ist es wichtig, auf die Interessen der Betriebe einzugehen. Die Verkehrspolitik im Bezirk geht alle etwas an. Bewohner ebenso, wie Unternehmer und Mitarbeiter. Es ist unfair, durch die Einführung des Parkpickerls, trotz zweier Bürgerbefragungen mit negativem Ausgang, andere Bezirke wie Döbling unter Druck zu setzen“, fasst Walter Seemann, Obmann des Wirtschaftsbundes in Währing, die Situation zusammen. „Die heutigen Zahlen zeigen uns, dass die Unternehmer und Unternehmerinnen, ebenso wie die Bezirksbewohner, die Einführung des Parkpickerls 2 Mal abgelehnt hätten“, so Seemann.
So ergab die Befragung der knapp 2.400 Betriebe des 18. Bezirks, dass 90 % der Befragten sich durch die Einführung der Parkraumbewirtschaftung direkt betroffen fühlen. 58,2 % sprechen sich gegen die Einführung des Parkpickerls in Währing aus. Sollten nach der Parkpickerl-Einführung auch Anrainerparkzonen eingeführt werden, so fordern 72,6%, dass die Anrainerparkplätze für ansässige Wirtschaftstreibende und ihre Mitarbeiter geöffnet werden müssen.
Angesichts der unterschiedlichen „Schrebergartenlösungen“ der einzelnen Bezirke schlägt Wirtschaftsbund Wien-Direktor Biegelmayer eine unbürokratische Lösung im Sinne der Wirtschaftstreibenden vor: „Die stufenweise Ausdehnung der Kurzparkzonen auf ganz Wien ist weder fair noch sinnvoll. Die ÖVP Wien, Autofahrerclubs und einzelne Bezirksvertretungen haben bereits mehrere Verbesserungsvorschläge eingebracht. Das vorgestellte Zonenmodell mit einer Flexibilisierung bei der Höchstparkdauer und Gebührenstaffelungen in Verbindung mit Verbesserungen auch für Pendler wäre eine sinnvolle Alternative und besser, als immer neue Schrebergartenlösungen und einzelne Bezirksparkinseln. Eine Gleichstellung der Wirtschaftstreibenden mit den ansässigen Bezirksbewohnern natürlich vorausgesetzt. Es braucht eine Gesamtlösung für Wien und einen klaren Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik“, so Biegelmayer. •
