Hankook ist exemplarisch und keinesfalls damit alleine. Volkswagen hat ein Problem mit der Blechpresse und – Schwups – steht tagelang das Band in Wolfsburg still. Eine Presseaussendung von Volkswagen via Media Center glättet alle Fragen und die Info nimmt ziemlich unkommentiert ihren Weg.

 

Das ganze Manöver mit dem „optimierten Webdesign“ hat wenig mit verbesserten Recherchemöglichkeiten zu Produkt-, Motorsport- und Unternehmensmeldungen zu tun, als vielmehr dem Management unangenehme Fragen zum Markt vom Hals zu halten. Wichtig ist allen ein „Responsives Webdesign“ zur optimalen Nutzungsfähigkeit auf Smartphones und Tablets anzudienen. Alles ist übersichtlich aufbereitet und suggeriert Firmen- und Produktnamen nach eigener Konzernsprache. Und billiger ist es auch.

 

Selbstverständlich dienen die kleinen „Hilfen“ dem Schreiberling auf der Suche nach Informationen, insbesondere bei Rückfragen. Allerdings greifen dann viele in „Copy-and-Paste“-Manier auf unzählig gleichgeschaltete Informationen zu, die letztendlich beim Konsumenten nicht mehr ankommen. Mitdenken, eigene Recherchen verknüpfen? Alles nicht mehr nötig. Auf den deutschen Fachmessen Automechanika und IAA Nutzfahrzeuge kreuzten – mir jahrelang vertraute – Journalistenkollegen auf, die neben sinkender Auftragslage auch davon sprachen, dass auch namhafte Konzerne vereinbarte Honorare mit bis zu einem Jahr Verzögerung bezahlen. Was ein Abgasskandal alles auszulösen vermag!

 

Der Auftraggeber da, die Buchhaltung dort, die Zahlungsanweisung wieder von woanders. Dennoch schreiben die meisten artig von zufriedenstellenden Entwicklungen. Sie bekamen es halt nicht anders gelehrt. •