Dabei kamen nicht nur die bei den einzelnen Versicherungen in ihren Kaskobedingungen enthaltenen Prozentsätze, mit denen ein Unfallauto zum Totalschaden wird, zur Sprache – ebenso das mit den Wrackbörsen aufgekommene Phänomen, dass in Einzelfällen auch für sehr stark beschädigte Wracks sehr hohe Peise bezahlt werden. Ausschlaggebend könnte die Tatsache sein, dass „sehr großes Interesse an der Identität des Autos“ besteht, umschreiben die Fachleute das Interesse am Typenschein. Jedenfalls seien es nicht alte Wracks, die aus Österreich verschwinden, sondern fast neue, so der Tenor der Runde. „Viele Totalschäden sind künstlich gemacht!“, ist Komm.-Rat Friedrich Nagl sicher.
Dr. Wolfgang Pfeffer, Präsident der SV-Union, verwies in dem Zusammenhang auf sein Tool für eine nachvollziehbare Entscheidung, ob ein Wrack als Altfahrzeug einzustufen ist.
Nagl wies immer wieder auf die Vorteile für die Werkstatt, Schäden selbst zu kalkulieren, hin und Westermeyer verstärkte dies noch: Da hätten die Betriebe noch Potenzial, weil es um ihre Arbeit und viel Geld gehe.
Er betonte, unterstützt von Pfeffer, dass die Werkstätten in der Regel günstiger kalkulierten als die Schäden von den Versicherern eingeschätzt wurden. Alle waren sich der Tatsache bewusst, dass stark beschädigte Fahrzeuge Österreich verlassen, um in Nachbarländern, in denen die Arbeit günstiger ist, repariert zu werden. Dann werden sie ohne neuerliche Überprüfung wieder zum Verkehr zugelassen und Österreichs Reparaturwirtschaft „schaue durch die Finger“.
Löckinger betonte, dass Garanta, wie auch die Innung, dem Kunden seinen Kfz-Betrieb als 1. Ansprechpartner im Fall des Unfalls empfehle, der selbst sachverständig sei, sich aber bei größeren Schäden vom Freien Sachverständigen unterstützen lassen könne.
Weitere Details enthält die Ausgabe Nr. 2335, Seite 6 der „AUTO-Information“,
den gesamten Artikel über „Totalschäden und den Export von Werkstattarbeit“ die September-Ausgabe der Fachzeitschrift „AUTO & Wirtschaft“!
