3 Wochen vor der Weltleitmesse Automechanika 2016 in Frankfurt lud beispielsweise die Osnabrücker WM Fahrzeugteile-Organisation, zu der nun auch die Stuttgarter Trost Auto Service Technik GmbH zählt, nach Dortmund zur Werkstattmesse. Über 200 Aussteller, das „Who is Who“ der europäischen Zuliefer- und Dienstleistungsbranche, brachten sich für ihre Abnehmer in den Werkstätten in Stellung.

 

Das Hervorstechende an dieser Entwicklung ist fortwährender Preis- und Bonidruck. Alle drehen sie unentwegt an der Mengenschraube, obwohl der Markt organisch seit Langem nicht mehr wächst. „Leid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man dafür geschenkt“, üben sich die Marktteilnehmer in Sarkasmus und ventilieren dennoch erstaunliche Zuwachszahlen. Die Stahlgrubers, Birners, Derendingers, WM-Trost und auch Verteilerprofis wie Klein, Kelly usw. sehen sich alle im nahezu 2-stelligen Zuwachsplus. Den Werkstattbetreibern und Zwischenhändlern taugt das: Sie lassen sich mit geringem Eigenkapitalaufwand bedienen.

 

Dennoch sind sie alle auf der Suche nach dem richtigen Weg, denn der Markt reguliert alles von selbst und damit sind alle in der Kette befindlichen Marktteilnehmer dazu verdammt, Geld zu verdienen. Daher verbünden sich die Kfz-Betriebe nahezu mit jedem. Wer das nicht schafft, geht im – auf allen Ebenen stattfindenden – Konzentrationsprozess unter.

 

WM-SE-Vorstandsvorsitzender Frank Schröder hingegen sieht „zumindest die nächsten 5 Jahre stabile Marktverhältnisse“. Er justiert mit seinen Lieferanten und eigenem Geld, wie er betont, an der Versorgungsoptimierung. Mit diesem Signal und der familiengeführten Organisation setzt er auf seine Lieferanten, mit denen er groß geworden ist, auf zeitgemäße Abwehrmechanismen gegenüber fremdkapitalgesteuerten Organisationen wie LKQ: „Wir und unsere Partner lassen einander gegenseitig nicht im Regen stehen!“ So einfach ist das, wenn man groß genug ist! •