Die Geschäfte gehen schlecht, die Renditen gehen den Bach (nicht zu verwechseln mit dem IOC-Präsidenten) runter. Seit langem schreibe ich – erfolglos natürlich – gegen die unerklärliche Bereitschaft der Unternehmer, sich diesem Absatz-, Umsatz- und Margenbetrug – konkret Selbstbetrug – zu beugen, ja ihn gerade herbeizusehnen. Die großen Organisationen schlagen daraus ihren Nutzen und bejubeln Ergebnisse „best ever“ – und viele kleine Betriebe in ihren engen Aktionsradien verrecken. In gedopten Märkten bleibt kein Platz mehr dafür.

 

Wie funktioniert es zum Beispiel, dass Low Performer über alle juristischen Vertragszwänge hinweg fristlos gekündigt werden, weil Internet und Sonderaktionen den NW-Markt treiben und Autos trotz „bester Konjunktur“ nur noch über das Preisschild zu verkaufen sind. Dass mehr und mehr Tageszulassungen die NZL-Ergebnisse vermiesen, ist ein witziges, von den mächtigen Herstellern übersehenes Detail, wird jedoch beinhart zur Marktbereinigung ausgenutzt. Reines Doping: Die einen werden überführt, bestraft und wieder zum Wettbewerb gelassen, andere werden und bleiben gesperrt.

 

Das gilt nicht nur im Massenmarkt, sondern grassiert auch im Premiumsegment. Wer das alles nicht glauben mag, betrachte nur die Handelsdisziplin Reifen. Stückzahlen in den Handel und zu den Konsumenten werden gedreht, wie es der Konzern für seine jeweilige Marke gerade will – reines Doping in einer ohnehin politisch motivierten Demobilisierung der Gesellschaft. Und die Funktionäre in den Verbänden? Sie sind Bestandteil dieses Systems und oft willige Werkzeuge der Mächtigen. Denn wer nicht mitspielt, ist rasch von der Markenfamilie ausgeschlossen. •