1,2 Mrd. € umfasst der Fördertopf für elektrisch angetriebene Fahrzeuge, den die deutsche Bundesregierung und die Automobilindustrie zu gleichen Teilen zur Verfügung gestellt haben. Daraus werden seit Anfang Juli 2016 4.000 € für reine Elektroautos sowie 3.000 € für Plug-in-Hybride ausgezahlt.
„Wenn Sie eine Prämie wollen, kaufen Sie schnell“, hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble zum Start der Förderaktion den deutschen Konsumenten geraten – und damit nicht Recht behalten. Bis Ende Juli 2016 wurden erst 1.500 Anträge eingebracht. Dies entsprach einem Fördervolumen von rund 5,6 Mio. €. Hochgerechnet würde der Budgettopf also noch fast 18 Jahre lang ausreichen!
Die deutsche Politik gibt sich angesichts dieses Fiaskos wortkarg, Kritiker von Elektrofahrzeugen fühlen sich bestätigt. Doch haben die Bürger wirklich kein Interesse an elektrischer Mobilität? Oder liegt der Misserfolg der deutschen Prämie nicht eher daran, dass die mangelnde Ladeinfrastruktur die Nachfrage hemmt? Schließlich nützt auch ein massiv subventioniertes Elektroauto wenig, wenn es mangels Ladestellen nur in einem engen Umkreis um die eigene Garage genützt werden kann.
Die heimische Politik ist gut beraten, sich die deutschen Erfahrungen zu Herzen zu nehmen, schließlich wird auch hierzulande über ein Förderpaket für Elektrofahrzeuge diskutiert. Dieses ist nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt – es müsste aber umfassender angelegt werden als die weithin ignorierte Ankaufsprämie unserer großen Nachbarn. •
