8 von 10 abgemeldeten Altfahrzeugen kommen nie bei den heimischen Schreddern an. „Der volkswirtschaftliche Schaden für Österreich wird von Experten mit jährlich mindestens 50 Mio. € beziffert“, sagt Walter Kletzmayr, Geschäftsführer der ARGE-Shredder GmbH. Um diese illegalen Wrackexporte einzudämmen, fordert er einerseits strengere Kontrollen und andererseits sollen die Fahrzeughalter über die rechtlichen Rahmenbedingungen aufgeklärt werden. „Autobesitzern ist großteils nicht bewusst, dass sie sich mit dem Verkauf ihrer Altautos an unbefugte Zwischenhändler, die zumeist ihre Visitenkarten an der Windschutzscheibe hinterlassen, auf gesetzeswidriges Terrain begeben“, ergänzt Helmut Ogulin, Obmann des Fachverbands Entsorgungs- und Ressourcenmanagement in der Wirtschaftskammer.
„Übersteigen die durchschnittlichen Reparaturkosten, die in Österreich für die Herstellung eines zulassungsfähigen Zustands aufzuwenden sind, den Zeitwert des Fahrzeugs um maximal 10 %, dann liegt Abfall vor“, hält der Fachverband deshalb fest. Derartige „Abfallfahrzeuge“ (Ausnahmen gibt es für Youngtimer und Oldtimer) dürfen nur an berechtigte inländische Übernehmer verkauft und keinesfalls exportiert werden. Bei Zuwiderhandeln drohen den Fahrzeughaltern empfindliche Strafen: Diese reichen von 850 bis 41.200 €.
Parallel sehen die Fahrzeugverwerter weiteren Handlungsbedarf seitens der Politik. Kletzmayr denkt an ein Anreizsystem für die gesetzeskonforme Wrackverwertung, dessen Umwegrentabilität sich „für Umwelt und Staat sicher bezahlt machen würde“.
Dass sachgemäß entsorgte Altautos weitestgehend wiederverwertet werden, zeigt die beiliegende Grafik der Wirtschaftskammer. •
