Zwischen 2014 und 2015 sei die durchschnittliche Stickstoffdioxidbelastung an der A1 im Großraum Salzburg von 50,8 auf 48,7 mcg/m³ gesunken, teilte am 18. Juli 2016 Landeshauptmannstellvertreterin Dr. Astrid Rössler (Grüne) mit. Diese Reduktion um gut 5 % sei „ein voller Erfolg“ und entspreche einer dreiwöchigen Totalsperre der Autobahn. Neben solchen Rechenübungen hatte Rössler bei der Präsentation der Emissionszahlen einen Frontalangriff auf die Autobranche parat: „Wir kämpfen wirklich um jedes Prozent, das wir weniger an Schadstoffen haben. Und die Autoindustrie schafft es nicht, die Grenzwerte einzuhalten. Das ist eine ganze Branche, die hier ungeschoren davonkommt.“

 

Wie fragwürdig diese Ausführungen sind, zeigt der Vergleich mit anderen Luftmessstationen. „So ging am Rudolfsplatz in der Salzburger Innenstadt der Stickstoffdioxidwert seit 2007 um mehr als 20 % von 64 auf 51 g/m³ zurück", wie ÖVP-Klubchef Dr. Christoph Fuchs erwiderte, „und dies ganz ohne Fahrteinschränkungen oder das segensreiche Wirken von Rössler." Die Salzburger FPÖ kritisiert wiederum, dass mit Tempo 80 die Unfallhäufigkeit gestiegen sei.

 

Die Automobilimporteure wollen die Anschuldigungen von Rössler unterdessen nicht widerspruchslos hinnehmen: „Es wäre viel zu einfach und ist obendrein schlichtweg falsch, wenn die Automobilindustrie als Innovationsbremser und Sündenbock dargestellt wird“, so Vorsitzender Günther Kerle. „Wenn es um Klimaschutz geht, bedarf es integrierter und ganzheitlicher Lösungsansätze. Die Automobilindustrie erledigt hier ihre Hausaufgaben“, verweist Kerle auf die im Zuge immer strikterer Abgasnormen erzielten Emissionsreduktionen, „Falsche Schuldzuweisungen bringen definitiv niemandem etwas und sind die wahren Bremser.“

 

Die von der Salzburger Landesregierung veröffentliche Studie zu den Auswirkungen von Tempo 80 steht unten zum Download bereit. •