Im Rahmen der Veranstaltung „Verkehr Fair“ diskutierten Gewerkschafter aus Europa mit Vertretern der EU-Kommission und des EU-Parlaments über Gegenstrategien „zum massiven Lohn- und Sozialdumping in der Verkehrsbranche in Europa“. Das aufgrund des harten Wettbewerbs „in Europa entstandene moderne Sklaventum und die extreme Lohndrückerei unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf Europas Straßen“ müssten beendet werden, wie Roman Hebenstreit, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida, sagt.

 

Die Lkw-Lenker, die quer durch Europa fahren, arbeiteten inzwischen zum großen Teil „unter Bedingungen, die an den Beginn des vorigen Jahrhunderts erinnern“. Niedrigstlöhne in anderen südosteuropäischen Staaten setzten auch heimischen Lkw-Lenkern mehr denn je zu, so Hebenstreit.

 

Gegen einen Rundumschlag der Arbeitnehmer-Vertretung in der Transportbranche und die generelle Diffamierung der österreichischen Verkehrswirtschaft verwehrt sich Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), vehement. „Das nützt niemandem etwas. Die unterschiedliche Auslegung des EU-Rechts in Sachen Kontrolltätigkeit wird bei jedem Brüssel-Besuch von mir thematisiert“, so Klacska. „Wir bekräftigen unsere Bereitschaft zu konstruktiven, lösungsorientierten Initiativen; ich lasse uns aber auch von Gewerkschaften meine Transportbetriebe nicht schlechtreden.“ Er fordert „einen nationalen Schulterschluss, um unterschiedliche europäische Auslegungspraxis zu bekämpfen.“

 

In dieselbe Kerbe schlägt Franz Danninger, Obmann des Fachverbandes für das Güterbeförderungsgewerbe in der WKO: „Als Transportwirtschaft kämpfen wir seit Jahren für einen fairen Wettbewerb und eine Stärkung der österreichischen Transporteure mit fairen Rahmenbedingungen. Damit rennt man bei uns offene Türen ein.“ Kilometerabhängige Bezahlung sei sowohl europarechtlich als auch mittels nationalem Kollektivvertrag strikt untersagt. Die „Unterstellungen gegen Arbeitsbedingungen in der heimischen Verkehrswirtschaft sind zurückzuweisen.“