Dabei lässt uns die Schadenfreude über die Implosion dieser aufgeblähten Autowelt beinahe vergessen, dass wir das Auto, bei aller Kritik, doch irgendwie schätzen – um nicht zu sagen: nötig haben; dass die Politik dem Reiz der Mobilität doch irgendwie ganz gerne unterliegt. Vor allem dann, wenn das eigene Interesse vertreten wird. Da kann das Auto, egal welchen Politikers, nicht protzig genug sein.

 

Besonders faszinierend ist ja, dass bei den aktuellen Hypes wie „selbstfahrendes Autos“ oder „Elektromobil“ die Politiker einen besonderen Lustgewinn darin sehen, diese Form der individuellen Mobilität schön zu reden. Um sich sogleich darin zu widersprechen, dass auch diese Fahrzeuge ihren Straßenplatz brauchen, um Fortbewegung zu garantieren. Soziokulturell ist diese Vorgangsweise zu belächeln!

 

Wir wollen weg vom Auto und hin zum selbst fahrenden Mobilitätsgerät oder zum Elektroauto, weil der Strom bekanntlich aus der Steckdose kommt. An dieser Stelle mache ich die Politik auf einen Kardinalfehler in ihrem mobilen Denkmuster aufmerksam: Jede Art der individuellen Mobilität fördert die Kriminalität, denn wie kämen ansonsten die Diebe rasch hin zum Tatort und gleich wieder weg? Und auch die heranwogenden Flüchtlingswellen könnten ohne Insellösungen oder Türkenhilfe unterbunden werden, indem einfach das frei verfügbare Auto verboten wird. Das Schlepperwesen hätte sofort ein Ende.

 

Machthungrige Bürokraten könnten bei der Exekutive und der Verwaltung massiv einsparen und schummrige Sauberleute weiter die ohnehin lahmende Wirtschaft malträtieren. Aber was! Für 30 Tage verwandeln sich die Drahtzäune Europas in Tornetze – Fußball-EM ist und wir freuen uns auf einen Turnierablauf mit überschaubaren Regeln. Vielleicht sollten wir diese Wochen einfach nur vorbehaltlos genießen, denn Österreichs Nationalmannschaft ist vom Boulevard ohnehin schon zum Champion erklärt worden.

 

Also verwandeln wir städtische Parkflächen in Massenbesäufniszonen und sichern sie aufwändig gegen allfällige Terroristenangriffe. Was der Individualverkehr nicht hergibt, müssen dann die staatlichen Einsatzkräfte mit ihrem Fuhrpark leisten, bezahlt vom Steuerzahler natürlich.

 

Das hat Logik, nicht wahr!? Das ganze Elend der traurigen Realität bricht spätestens nach den Sommerferien sowieso wieder über uns herein und damit auch wieder die Fortsetzung des Autobashings, toll inszeniert aus den luxuriösen Dienstkarossen unserer geschätzten Politiker, egal welcher Regenbogenkonstellation sie entstammen.