Wenn das die blauäugigen WählerInnen durchschaut haben werden ist es dann nicht mehr weit zu neuen ideologischen Gruppierungen, um dann Umbrüche wie in Polen und Ungarn zu erleben. Natürlich bin ich wieder die Kassandra, wie so oft in meiner über 30 Jahren währenden Branchenberichterstattung, um im Endeffekt doch Recht behalten zu haben – inklusive Etappenfehler. Mindestlohnbezieher werden zur Wählermehrheit, die abgenutzte Parteistrukturen Schritt für Schritt abwählen.

 

In den vielen Gesprächen geben mir farbtreue Branchengrößen in dieser Ansicht recht, wollen aber nicht wahrhaben, dass die einst segensreiche Sozialpartnerschaft – Stichwort Benya vs. Sallinger – heute nicht mehr vorhanden ist und Österreichs Leistungen und Werte immer mehr der Bevölkerung im Land vorenthalten werden. Die, die echte Unternehmer- samt Steuerleistung im Land erbringen, zahlen mehr, als jene Managerkaste, die im globalen Konzentrationsprozess lokal mehr verbrauchen als sie einnehmen und global dennoch mehr einstreifen. Das ist obszön – aber wahr.

 

Wer einmal versucht hat, in Österreich geschäftlich Fuß zu fassen, zitiere ich aus Spiegel-online einen Leserbrief, hat die Erfahrung gemacht, dass die österreichische Politik und Wirtschaft sehr eng verbandelt sind. Dies ist eine sehr feste, in sich geschlossene Struktur, in der die wesentlichen Entscheidungen getroffen werden. Deshalb ist es dort möglich, dass ein Bahnmanager als Bundeskanzler eingesetzt wird. Genauso wie bei dem jungen Außenminister ist die Erfahrung in der Politik nicht maßgebend, sondern, dass die Entscheidungen und Ziele des inneren Zirkels vertreten werden.

 

Dies hat allerdings nun auch die österreichische Gesellschaft verstanden, weshalb die FPÖ massiv an Stimmen gewinnen wird. Der Ausverkauf heimischer Wirtschaftsleistung schreitet ungebremst voran, bis die Mindestlöhner nicht mehr sozial versorgt werden können und sich dann neuen, radikaler werdenden Gruppierungen zuwenden. Keine schönen Aussichten sind das.