War in der ersten Studie 2013 noch die volkswirtschaftliche Leistung und der fiskalische Beitrag der heimischen Automobilwirtschaft Grundaussage, glänzt das 2016er-Druckwerk durch überdurchschnittlich hohe Investitionskraft der österreichischen Automobilindustrie. Die Taten von Handel und Gewerbe? Inexistent!
Dabei sollte der Arbeitskreis der Automobilimporteure als eigens geregelte Interessenvertretung innerhalb der Industriellenvereinigung die Interessen seiner Mitglieder, die österreichischen Automobilimporteure und die Vertriebsgesellschaften der internationalen Automobilhersteller, vertreten.
Irgendwer hat da etwas gründlich missverstanden, dabei geht dem Fahrzeughandel und dem Service die Luft aus. Neue Steuerbelastungen drohen – und emotional belastete Diskussionen von Politikern und Journalisten bedrängen den Individualverkehr. Mit der Elektromobilität ist auch längst noch nicht der Stein des Weisen gefunden. Mittels Ökoprämie die Umwelt belastende Altfahrzeuge von der Straße zu bringen ermüdet sich in der Zaghaftigkeit des Vorbringens durch unsere Branchenvertreter.
Ziele der Importeure und des Fahrzeughandels, wurde ich belehrt, waren sekundär, vielmehr wollte man ORF und Tagespresse mit der Innovationsleistung der heimischen Fahrzeugindustrie beeindrucken. Es wurde eine erstaunliche Erfinderdichte errechnet, die heimische Automobilwirtschaft als Innovationstreiber hochstilisiert. Keiner will die Leistungen schmälern und wir können stolz darauf sein. Anwesende Branchenvertreter schwiegen vor den ORF-Kameras und der Tagespresse, schließlich sei das nicht der richtige Ort, die anstehenden und teilweise existenzbedrohenden Probleme des Autohandels und des -gewerbes anzusprechen.
Man will sich auf Tatsachen konzentrieren und sich nicht in ideologischen Themen verzetteln. Dem Verkehrsclub voran und alle regierungsnahen Konstruktionen – Stichwort Umweltbundesamt: „Verkaufsverbot für konventionell betriebene Pkw in Österreich?“ – wird diese Passivität nur recht sein, um Recht zu behalten, neue Steuern von der Automobilwirtschaft, nicht Automobilindustrie, einzufordern.
Verblüffend ist jedoch die Tatsache, dass vor 10 Jahren vom Arbeitskreis noch jeder 6. Arbeitsplatz der Automobilwirtschaft zugeschrieben wurde, vor 5 Jahren nur noch jeder 7. und jetzt nur noch jeder 9. Job. Aber die Automobilwirtschaft fungiert als eine Leitbranche der produzierenden Wirtschaft in Österreich. Unsere mit dem Finanzminister auf du und du stehenden Kammerfunktionäre werden das schon richten. Wir bleiben am Ball.
