Wenn das Umweltbundesamt mit seiner abstrusen Forderung nach Abschaffung benzin- und dieselmotorisierter Autos ab 2020 zugunsten von E-Automobilen verhaltensauffällig reagiert, wenn Versicherungen aus allen Altersschichten ihr Kapital zu schlagen versuchen, wird es Zeit, die Dinge in Sarkasmus zu tauchen.
Laut VAV-Mobilitätsbarometer befürworten drei Viertel der österreichischen Autofahrer Fahrtüchtigkeitsprüfungen für ältere LenkerInnen. Generali schlägt in die selbe Kerbe, weil letztendlich begründen sie daraus Nothilfe-Versicherungsdienstleistungen. Während Fahrschulen Fahrtüchtigkeitsprüfungen gerne jedes Jahr im Gesetz verankert haben möchten, geht der Autowirtschaft ob der nächsten Attacke zunehmend die Luft aus. Sehr junge und sehr alte Lenker (warum nicht auch Fahrerinnen?) sind empirisch erforscht hochgradig gefährdet und oft in sogenannte Alleinunfälle verwickelt. Das kostet. Ältere Lenker scheitern wiederum vermehrt an der Komplexität des Verkehrsgeschehens. Als ob der nach Versicherungsduktus „normale“ Fahrer damit nicht auch überfordert wäre. Der Gesetzgeber malt die Straßen zu und verbarrikadiert ganze Bezirkszüge. Die Hersteller reagieren mit Fahrassistenztechnologie, die selbst geübte Fahrer nicht immer gleich verkehrsgerecht behirnen.
Indem man alles verkompliziert, will man Geld machen und den Menschen das individuelle Bewegen im öffentlichen Verkehrsraum noch mehr erschweren. Selbstverständlich bietet die Versicherung ihren Kunden im Sachversicherungsbereich dazu die passende Polizze an. Praktisch!
Wir sind gespannt, ab wann für die Handynutzung am Steuer ein passendes Versicherungsangebot präsentiert wird und ab wann ein Auto-, Rad- oder Sonstwie-Verkehrsteilnehmer – je nach passgerechter Studie – noch am öffentlichen Verkehrsgeschehen teilnehmen darf und was es kosten soll. Verbieten wir doch den jungen Menschen die Freude an der individuellen Mobilität und nehmen den älteren Menschen die Würde der freien Wahl ihres Verkehrsmittels. Autonom fahren wird Gesetz!
Hier liegt wirklich die Expertise vor allem im Demokratieverständnis der Verbreiter solcher Studien. Noch besitzen sogenannte ältere Menschen ihr Vehikel, lassen es servicieren und kaufen auch wieder ein neues. Diese Menschen werden immer weniger und die daran verdienen auch. Die im Arbeitslosenumfeld von der Mindestsicherung leben, können sich kein Auto mehr leisten. Das Auto gehört bald wieder nur einer privilegierten Schicht.
Gemessen wird heute nur noch nach erreichten Zielen und Errungenschaften. Wir haben heute größere Autos, aber kleinere Familien. Wir haben ausgezeichnete Technologien und noch mehr Spezialisten, aber immer weniger befriedigende Resultate. Wir haben viele Experten und noch viel mehr neue Krankheiten. In unserer Zeit zählen nur Gewinn, Vergnügen, Geschwindigkeit, Fernkommunikation. Die Häuser der Globalplayer werden immer höher, unsere Charaktere stetig niedriger.
Wir haben dem Leben zwar mehr Jahre verliehen, den Jahren aber weniger Leben.
Das Endresultat unserer Zeitwahrnehmung heißt Stress. Sollten wir eventuell noch einen Zahn mehr zulegen, würde sich wohl bald auch die Erde schneller drehen.
Es ist ein Rennen gegen die (uns fehlende) Zeit, die wir mit immer neuen Auflagen vernichten, ohne einen Gewinn davon zu haben.
