Nein, es war nicht der Kaiser, der die HTL Steyr besuchte – der war am 20. August 1884 dort. Fast 132 Jahre lang musste die Ausbildungsstätte in der oberösterreichischen Eisenstadt warten, bis das nächste Staatsoberhaupt kam, übrigens bei Kaiserwetter.
Heinz Fischer hatte vor 10 Jahren die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen: Die Schüler, 118 an der Zahl, bauten jedes Einzelteil nach. Das Fahrzeug, das dann im Festsaal der HTL stand, wirkte wie frisch aus der Fabrik. Unterstützt wurde das Projekt auch von Komm.-Rat Fritz Nagl, dem Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechniker. Er ist auch in der Siegfried-Marcus-Forschungsgesellschaft federführend tätig.
Die Angst, das neue, alte Vehikel würde nicht anspringen, war unbegründet – und die „Vorsichtsmaßnahme“ des Herrn Bundespräsidenten, den Wimpel von seiner Staatskarosse mitzunehmen, weil draußen vor der Tür ja Polizisten auf das Fahrzeug ohne Nummerntafel lauern und den Fahrer bestrafen könnten, war letztlich unbegründet.
Der Chauffeur des Präsidenten ist übrigens der Sohn von Franz Reichhart, BMW-Vertragshändler aus Mauthausen: Simon Reichhart macht im Mai die Matura (natürlich mit Schwerpunkt Fahrzeugtechnik) und wird nach dem Zivildienst vermutlich studieren.
