Im November leitete die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Exxon Ermittlungen ein. Dabei geht es um die Frage, ob der Konzern die Öffentlichkeit und Aktionäre über die Risiken des Klimawandels getäuscht hat. Flugs ist das Klimathema „moralisch verwerfich“, teilt der Rockefeller Family Fund, eine Wohltätigkeitsorganisation (!) mit.

 

Auch von Beteiligungen im Bereich Kohle und kanadischem Ölsand werde man sich so schnell wie möglich trennen. Auf gut deutsch: Die Stiftung wendet sich damit von den Ursprüngen des sagenhaften Reichtums des Rockefeller-Clans ab, weil das Ölgeschäft derzeit nicht mehr so sprudelt und die Gefahren von Anleger-Gemeinschaftsklagen zu groß sein dürften. Was bizarr erscheint, kann vor Gericht teuer werden, wie zum Beispiel die kolossalen „Clean Diesel“-Reputationsschäden von Volkswagen verdeutlichen.

 

Die Rockefellers betreiben daher professionelles Reputationsmanagement, um neben den klagegeilen Investorenscharen auch den Gesetzgebern Paroli bieten zu können. „Die Publizitätspflichten für Reputationsrisiken lassen darüberhinaus in Kürze echte Haftungsgefahren für Manager und Eigentümerkonstruktionen erwarten“, bringt es Freshfields-Partner und Honorarprofessor Christoph Seibt im „Manager Magazin“ auf den Punkt.

 

Mit Umweltargumenten hat das alles am wenigsten zu tun, vielmehr mit Risikominimierung: Denn die aus fossilen Grundstoffen hergestellte Massenware (Kleidung, Verpackung etc.) wird dadurch nicht weniger und verunreinigt weiterhin die Welt.