„Der Trend zu kleineren aber leistungsstarken Motoren führt zu einer deutlich höheren Beanspruchung des Motorenöls“, kommt zum Beispiel Shell drauf, und dazu, dass „50.000-Kilometer Ölwechselintervalle künftig nicht mehr machbar“ seien.
Ölwechsel nach 15.000 Kilometern sind sinnvoll, lässt Dr. Helmut Leonhardt, Leiter Entwicklung Motorenöle bei Shell aufhorchen und schiebt gegen die Mengen- und Margenverluste, die die Kfz-Branche zur Zeit erleidet, gleich die wissenschaftlich nötige technische Erklärung nach, „weil das Öl durch hohe Temperaturen im Motorraum, gestiegene Biodieselanteile in Kraftstoffen und Zusätze wie Harnstoff zur Erfüllung der Abgasnorm Euro 6 immer höherer Beanspruchung ausgesetzt“ ist.
„Fahrzeughersteller verlangen in Balance zwischen kundenfreundlichen Serviceintervallen und sinnvollem Ölmanagement zunehmend niedrigviskose Öle“, so Leonhardt. Denn ein weiterer Faktor, der häufigere Wechsel erforderlich mache, sei die Verdampfung der Motorenöle, die zur Reduzierung von Reibung immer niedrigviskoser (dünnflüssiger) formuliert würden. Der Verlust durch Ölverdampfung werde umso problematischer, je niedrigviskoser ein Motorenöl ist, lautet die neue Faustformel. Experimentiert wird bereits mit 0W8-Ölen.
Auf der Suche nach besserer Auslastung und Rendite ihrer Betriebe werden Fahrzeughersteller, Importeure und Autohäuser natürlich diesen Vorstoß von Shell unterstützen, auch wenn eine Reduktion auf 15.000 km Ölwechselintervalle zunächst ein frommer Wunsch der maßgeblichen Marktspieler bleiben wird. Auf ein technisch und ökonomisch sinnvolles Mittelmaß wird sich die Idee allemal einpendeln lassen – und ökonomische Not macht bekanntlich erfinderisch.
