In öffentlich diskutierten Erfolgsbilanzen vieler Firmenlenker klaffen Wunsch und Realität immer weiter auseinander. In einer Welt, in der der Mensch mehr und mehr an Bedeutung verliert, möchte sich nahezu jeder im Erfolg verstanden fühlen. Allerdings trüben nicht nur leere Versprechungen der Lieferanten das Ergebnis, oft herrschen Missverständnisse zwischen Erwartungen und Leistungen – und das im gegenseitigen Meinungsaustausch.
In diesem Zusammenhang zitiere ich aus dem Empathie-Report 2016 ein weiteres großes Missverständnis: Attraktive Aktionen sind für Kunden der drittletzte Punkt in der Verständnis-Bedeutung. Gerade das können Firmen aber am besten und vernachlässigen dafür die Marken-Konsumenten-Beziehung. Marken und ihre Vertriebspartner zeigen zwar häufig Verständnis, handeln jedoch nicht entsprechend. Tat und Wahrheit finden selten mehr zusammen, weil die Wirtschaft an allen Ecken und Enden schwächelt und der Wettbewerb keine Grenzen mehr akzeptiert.
Der Kunde hat zwar einen „besten“ Preis, dafür aber gibt es immer weniger Endkunden mit Geld. Dennoch wird der schrumpfende Markt gesteigert: „Wir sind knapp so und so viele Prozent über Vorjahr“, lautet viel- und vollmundig die imaginäre Erfolgszahl. Real wird rationalisiert und kritisiert und am Ende resigniert. Verlieren ist verboten! Also ist Lüge der Marktführer mit den (ir)real größten Zuwächsen. Fazit der Markttreiber: Unserer Wirtschaft hat es gut zu gehen. Basta!
